Chemnitz: Konzert gegen Rechts

dpa

Von dpa

Mo, 03. September 2018

Rock & Pop

Künstler beziehen Position nach Ausschreitungen in Sachsen.

Die fremdenfeindlichen Krawalle in Chemnitz nach dem Tod eines 35-Jährigen am 26. August beschäftigen viele Musiker. Für den heutigen Montag ist ein Gratis-Konzert in Chemnitz geplant: Die Toten Hosen, Kraftklub oder Feine Sahne Fischfilet wollen in der sächsischen Stadt unter dem Motto "wirsindmehr" ein Zeichen gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Gewalt setzen.

Prinzen-Sänger Sebastian Krumbiegel rief im Deutschlandfunk dazu auf, sich klar gegen Rechts zu stellen: "Liebe Leute, bitte, bitte, bitte: Zeigt auf der Straße, dass wir nach wie vor die Mehrheit sind." Der gebürtige Leipziger sagte am Sonntag er habe "null Verständnis" für Menschen, die nach wie vor mit Pegida, der AfD, populistischen oder rechtspopulistischen Strömungen sympathisierten. Ähnlich äußerte sich der Frontmann der irischen Rockband U2, Bono, beim Konzert am Freitagabend in der Berliner Mercedes Benz Arena. "Solche Leute gehören nicht zu Europa und diesem Land." Während der Show der vier Musiker tauchte plötzlich der Slogan "#wirsindmehr" auf dem riesigen Bühnen-Bildschirm auf. Die Menge applaudierte und jubelte.

"Ich wünsche mir, dass wir alle wieder zusammenfinden, auf einen Grundkonsens kommen, zu einer Haltung, einem gemeinsamen Verständnis, das uns alle, die wir hier leben, verbindet", sagte der aus Erfurt stammende Sänger Clueso (38) der Welt am Sonntag. "Aber jetzt und hier müssen wir klare Grenzen ziehen und ,Nein’ sagen zu Rassismus und Gewalt." Demokratie sei auch Arbeit, "viel Arbeit an etwas, das immens wichtig ist und uns alle zusammenhält".

Die Kölner Band BAP postete auf ihrer Homepage Werbung für das Konzert in Chemnitz und stellte dazu einen Song, in dem es heißt: "Wie wär es, wenn du dem Blaumann jetzt sagst, dass du Rassistensprüche gar nicht verträgst?"