10. Mai 2009 10:19 Uhr
Dr. Pops DSDS-Sprechstunde (XII)
Daniel Schuhmacher, der Superstar: Eine Träne geht auf Reisen
RTL hat Deutschlands nächsten Superstar gefunden. Dr. Pop seziert die Castingshow für Badische-Zeitung.de. Diesmal: Das Finale oder: Es kann nur einen geben.
Der Befund:
Dr. Pop ist entsetzt. Heuschnupfenzeit bei DSDS? Bindehautentzündung im Talentschuppen? Hat sich die Drittplatzierte Annemarie Eilfeld bei der Jury mit Tränengas revanchiert? Im Finale von DSDS wird geheult als ob das Quartalsergebnis von Tempo davon abhängt. Dann begreift Dr. Pop, der Küchenpsychologie nur als Nebenfach hatte und außerdem ein Mann ist: Publikum, Jury und Kandidaten kämpfen mit ihren Gefühlen. Vorneweg Sieger Daniel Schuhmacher. Als der Titel des Superstars ihm gehört, bringt Schuhmacher kein Wort hervor. Dr. Pop kann die Sprachlosigkeit nachempfinden. Wer will seine Karriere als Sänger schon auf eine Ballade von Dieter Bohlen gründen? Und, noch schlimmer: Nach einem solchen Pyrrhussieg von Frauke Ludowig interviewt werden?
Eine knappe Mehrheit von 50,47 Prozent der Anrufer hat Schuhmacher diese Bürden auf die schmalen Schultern gelegt. Ein schwerer Schlag. Dabei hat sich Schuhmacher im Finale alle Mühe gegeben, seinem Schicksal zu entgegen. Das Kainsmal des Favoriten hinter dem Pony seiner Brian Jones-Gedächtnisfrisur versteckt, kämpft er um den dankbaren zweiten Platz. Wählt mit "Soulmate” von Natasha Bedingfield absichtlich den falschen Song. Gibt bei "Aint No Sunshine” so wenig wie möglich. Im direkten Vergleich lässt er sich von Konkurrentin Sarah Kreuz in Grund und Boden singen. Beide müssen "Anything But Love” interpretieren – eine Nummer, die Dieter Bohlen beim Aufräumen zwischen unverkäuflichen CDs des ersten DSDS-Siegers Alexander Klaws gefunden hat.
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Es nutzt nichts. Die Jury fabuliert Schuhmacher mit einem Superlativ nach dem anderen erbarmungslos über die Ziellinie. Am Ende bleibt Daniel nur ein Trost. Wenigstens den Bacardifeeling-Schlager "Mamacita” wird er nicht aufnehmen müssen. Diesen schlimmen Sommerhit hat Bohlen schon erfolgreich Mark Medlock angedreht.
Das Büchele Bulletin:
Dominik Büchele aus Kappel-Grafenhausen steht ein letztes Mal im DSDS-Studio. Singt mit den anderen Ausgeschiedenen "(I've Had) The Time Of My Life”. RTL meint damit die Show, Büchele die Zeit davor und danach. Ist bester Laune. Schunkelt mit Marc Jentzen. Dann bereitet er sich auf die anstehende Seelenmassage vor. Daniel Schuhmacher kann jetzt wirklich einen Freund wie ihn gebrauchen.
Exitus:
Sarah Kreuz lächelt bei ihrem Abgang zufrieden. Sie hat erreicht, was sie wollte. Rache am früheren Verlobten Fendo. Der hatte sie vor die Wahl gestellt: Er oder DSDS. Daraufhin schloss Sarah Kreuz einen Pakt mit RTL: Ich mach euch die Whitney Houston, ihr gebt Fendo der Lächerlichkeit preis. Moderator Marco Schreyl tut ihr den Gefallen auch ihm Finale wieder. Sarah ist am Ziel. Was danach kommt? Dr. Pop ist das ehrlich gesagt egal. Nach einem Dutzend DSDS-Sprechstunden braucht er jetzt erst einmal Urlaub.
Sprechstunde:
Sie haben noch Fragen an Dr. Pop? Dann schicken Sie eine E-Mail an community@badische-zeitung.de
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