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13. August 2009 19:18 Uhr
Premiere
Das Forum überträgt Vorstellungen der New Yorker Met live
Im Forum in Offenburg gibt es von Herbst an nicht nur ganz großes Kino, sondern auch ganz große Oper: Gemeinsam mit der BZ präsentiert Forum-Betreiber Jan Marc Maier Live-Übertragungen aus der Metropolitan Opera in New York.
OFFENBURG. Jan Marc Maier gehörte vor zwei Jahren zu den zehn deutschen Pionieren, die Live-Übertragungen aus der berühmten "Met" ins Kino holten – einen Schritt, den er nie bereut hat. Damals noch in Ulm, hat sich das Angebot schnell etabliert: "Es war sensationell", erinnert sich Maier. Schon die zweite Saison war Wochen vorher ausverkauft, das Publikum kam sogar in Abendgarderobe ins Kino und ließ sich mit dem Taxi vorfahren. "Was wir in Ulm erlebt haben, war unglaublich." Jetzt soll auch Offenburg zu den rund 40 deutschen Städten gehören, in denen Puccini und Popcorn eine höchst reizvolle Kombination sind.
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Alle Übertragungen werden professionell inszeniert: Schon wenn der Dirigent einläuft, ist die Kamera – und damit der Zuschauer in Offenburg – an seiner Seite. In den Pausen locken Blicke hinter die Bühne, kann der Umbau beobachtet werden und gibt es Interviews mit den Stars: "Das wird wahnsinnig aufwändig aufgenommen", sagt Jan Marc Maier, der die Live-Übertragungen für eine "absolut geniale Idee" hält.
Technisch möglich wird das Angebot durch Maiers jüngste Investition in digitale Kinotechnik. 200 Plätze pro Aufführung stehen für die Opernfans in Saal 2 zur Verfügung, wo seit kurzem auch die 3D-Filme zu sehen sind. Dass die Tonqualität vom Feinsten ist, versteht sich von selbst. Auch die Zeitverschiebung ist kein Problem: Gedreht wird in New York immer samstags bei einer Spätmatinée. Das passt bestens für einen Kinostart in Offenburg um 19 Uhr. Das ist zeitlich noch vor dem großen Samstagsansturm auf die übrigen Säle, sodass sich Kinobesucher und Operngäste nicht ins Gehege kommen.
Sieben Live-Übertragungen gibt es während der Met-Saison zwischen Oktober und Anfang Mai. Dann wird Jan Marc Maier für die Opernfans jeweils eine ganz besondere Atmosphäre schaffen: "Wir werden uns nicht wie ein Kino benehmen, sondern wie ein Theater." Es wird eine Garderobe und Einweiser ebenso geben, wie das klassische Pausenangebot mit Sekt und Snacks. An den Opernsamstagen wird die Kino-Lounge komplett für das Theaterpublikum reserviert. Jan Marc Maier denkt auch daran, eine Art "VIP-Ticket" anzubieten, bei dem neben dem Eintrittsgeld auch Pausengetränke und ein "Opernteller" mit Häppchen im Preis inbegriffen sind. Die reguläre Eintrittskarte ist für 24,90 Euro zu haben, auch ein Abonnement für alle sieben Operntermine ist angedacht.
Jan Marc Maier hofft nun, dass das Angebot in Offenburg ebenso einschlägt, wie in Ulm: "Das hat unheimlich viel Spaß gemacht." Weltweit füllen laut dem deutschen Vertreiber Clasart Classic inzwischen 850 Kinos in 35 Ländern ihre Säle, allein in der vergangenen Saison strömten mehr als eine Million Besucher in die Opernkinos, um für drei bis vier Stunden einmal mitten in der Met zu sitzen.
THE METROPOLITAN OPERA LIVE IM FORUM OFFENBURG
10. Oktober (19 bis 22.30 Uhr, zwei Pausen) Tosca von Giacomo Puccini:
Neuinszenierung von Luc Bondy mit einer Traumbesetzung: Karita Mattila und Marcelo Alvarez als tragisches Liebespaar. Dirigent: James Levine.
In italienischer Sprache mit deutschen Untertiteln.
7. November (19 bis 22.39 Uhr, zwei Pausen) Turandot von Giacomo Puccini:
In einer opulenten Inszenierung von Franco Zeffirelli. Die musikalische Leitung hat der Shooting Star unter den Dirigenten: Andris Nelsons. In italienischer Sprache mit deutschen Untertiteln.
19. Dezember (19 bis 23 Uhr, zwei Pausen): Les Contes d’Hoffmann von Jacques Offenbach:
Kurz vor Weihnachten beschenkt die Met die internationale Operngemeinde mit einer All-Star-Besetzung: Anna Netrebko, Elina Garanca, René Pape, Joseph Calleja, Alan Held. Dirigent: James Levine. In französischer Sprache mit deutschen Untertiteln.
16. Januar 2010 (19 bis 23 Uhr, zwei Pausen) Carmen von Georges Bizet:
Das neue Jahr beginnt mit einem Donnerschlag: Unter der Leitung des jungen kanadischen Star-Dirigenten Yannick Nézet-Séguin gibt Angela Gheoghiu ihr Rollendebut als Carmen. Regie führt der preisgekrönte Richard Eyre, für den das Werk in jeder Hinsicht "sexy and shocking" zu sein hat. In französischer Sprache mit deutschen Untertiteln.
6. Februar 2010 (19 bis 22.40 Uhr, zwei Pausen): Simon Boccanegra von Giuseppe Verdi:
Plácido Domingo schreibt Geschichte, indem erstmals die Baritonpartie des Titelhelden übernimmt. Überwältigende Musik, die Wind und Meeresrauschen hörbar macht. Dirigent: James Levine. In italienischer Sprache mit deutschen Untertiteln.
27. März 2010 (18 bis 21.45 Uhr, zwei Pausen: Hamlet von Ambroise Thomas:
Die Titelrolle hat Simon Keenlyside, dem Natalie Dessay mit ihrer berühmten "Wahnsinnsarie" in nichts nachsteht. Dirigent: Louis Langrée. In französischer Sprache mit deutschen Untertiteln.
1. Mai 2010 (19 bis 23.20 Uhr, zwei Pausen) Armida von Gioachino Rossini:
Ein Sopran und fünf Tenöre – Renée Fleming und die Tenorriege, angeführt vom Rossini-Spezialisten Lawrence Brownlee, werden zum Saisonfinale noch einmal für ein Sängerfest sorgen. Dirigent ist Riccardo Frizza. Italienisch mit deutschen Untertiteln.
- Weitere Informationen: Karten sind ab sofort im Kino erhältlich. Die BZ wird vor den einzelnen Veranstaltungen jeweils zwei VIP-Karten verlosen.
Autor: Helmut Seller


