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19. Februar 2010

Das Prinzip Intertextualität

Ullstein veröffentlicht Quellen von "Axolotl Roadkill".

Im Streit um die Plagiatsvorwürfe gegen die 17-jährige Autorin Helene Hegemann hat der Ullstein Verlag jetzt eine Liste mit Quellen veröffentlicht, die der inzwischen vierten Auflage des im Januar erschienenen Romans "Axolotl Roadkill" beigefügt ist. Auf fünf Seiten sind dort vor allem Passagen aus dem Roman "Strobo" des Autors Airen aufgeführt, die Hegemann zum großen Teil wörtlich übernommen hat. Außerdem wird auf eine Stelle verwiesen, die von einer Bloggerin namens "Makita" stammt.

Makita, die ihren bürgerlichen Namen der Öffentlichkeit nicht preisgeben will, hat sich jetzt an die Badische Zeitung gewandt, weil in der Rezension von "Axolotl Roadkill" (BZ vom 30. 1.) eine Passage als besonders typisch für die selbstreflexive Struktur des Textes hervorgehoben wurde. Das Zitat stammt, wie man auf dem Internetportal http://www.kurzgeschichten.de nachprüfen kann, wörtlich von Makita. Es war ihr Kommentar zu der dort von Hegemann als ElektraMueller eingestellten Geschichte "A Girl Under The Influence", in dem es unter anderem heißt: "Ich hingegen erfreue mich an der von mir perfekt dargestellten Attitüde des arroganten, misshandelten Arschkindes, das mit seiner versnobten Kaputtheit kokettiert und die Kaputtheit seines Umfeldes gleich mit entlarvt."

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Makita schreibt dazu: "Es ärgert mich, dass ausgerechnet diese Sätze jetzt vielerorten als ,grandiose Sätze einer Siebzehnjährigen’ präsentiert werden. Ich bin 38, was soll ich dazu sagen?" Der Verlag legt am Ende der Quellenliste Wert auf die Feststellung: "Dieser Roman folgt dem ästhetischen Prinzip der Intertextualität und kann daher weitere Zitate enthalten."

Autor: bs