Kunst

Druckgrafiken im Kupferstichkabinett des Kunstmuseums Basel

Hans-Dieter Fronz

Von Hans-Dieter Fronz

Fr, 18. Januar 2019

Basel

"Schrift und Bild": Druckgrafiken im Kupferstichkabinett des Kunstmuseums Basel.

Schrift und Bild sind zwei sehr unterschiedliche Medien. Aber ist es Zufall, dass sie im Begriff Schriftbild zusammenfinden? Einst bildeten sie eine unmittelbare Einheit: Frühe Schriftsysteme entwickelten sich bekanntlich aus Bildzeichen.

Auch in der Moderne spielt Schrift in der Kunst eine bedeutsame Rolle – man denke nur an Robert Indianas Schriftskulpturen und Jenny Holzers Leuchtschriftbänder, an Dieter Roth oder Cy Twombly. Die Ausstellung "Schrift und Bild" des Kunstmuseums Basel mit Druckgrafik aus dem Kupferstichkabinett konzentriert sich ganz auf den Zeitraum vom 15. bis zum 17. Jahrhundert.

In Bildern dieser Zeit kann Schrift ganz unterschiedliche Funktionen erfüllen. So kann sie in Spruchbändern und Kartuschen die bildliche Darstellung erläutern und interessante Zusatzinformationen liefern. Dürers Holzschnitt mit der ziemlich wirklichkeitsnahen Darstellung eines Rhinozerus erzählt im Schriftteil von der indischen Herkunft des dem portugiesischen König Emanuel gehörigen Tieres und verweist auf das "scharff starck Horn vorn auff der nasen" der ungewöhnlichen Kreatur. Sieht man Hans Burgkmairs d. Ä. Bildnis von Jakob Fugger, freut man sich, wenn im Bild Name und selbst Herkunft – Augsburg – des Porträtierten vermerkt sind.

Umgekehrt können schriftliche Informationen in Bildform gefasst werden wie in Dürers "Genealogischem Baum". Und in Alphabeten werden Buchstaben gern von menschlicher Figuren dargestellt. Religiösen Motiven wiederum wurden nicht selten Gebetstexte beigegeben, Heiligenbilder oftmals durch gläubige Anrufungen und Fürbitten ergänzt.

Termine: Kunstmuseum Basel, St. Alban-Rheinweg 60, Basel. Bis 1. Dez., Di bis So 10–18 Uhr, Do bis 20 Uhr