Ein Künstlerschicksal im Nachkriegsdeutschland

dpa

Von dpa

Fr, 31. August 2018

Kino

German Films hat Florian Henckel von Donnersmarcks neues Drama "Werk ohne Autor" für den Auslands-Oscar ausgewählt.

Mit dem DDR-Drama "Das Leben der Anderen" hat der Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck ein Stück Filmgeschichte geschrieben. Nicht zuletzt, weil ihm damit das unglaubliche Kunststück gelang, gleich mit seinem ersten Langfilm überhaupt den Kino-Olymp zu erklimmen. 2007 holte er – als bislang letzter Regisseur – den Auslands-Oscar nach Deutschland. Jetzt bekommt der 45-Jährige die Chance, seinen großen Erfolg zu wiederholen. Sein neuer Kinofilm "Werk ohne Autor" geht ins Oscar-Rennen und soll am 24. Februar 2019 in Hollywood die Trophäe in der Kategorie bester nicht-englischsprachiger Kinofilm holen, wie German Films am Donnerstag in München mitteilte.

Der Film, der sich grob am Leben des Künstlers Gerhard Richter orientiert, hat seine Weltpremiere in der kommenden Woche beim Festival in Venedig und schon dort die Hoffnung auf eine große Auszeichnung: Er konkurriert im Wettbewerb um den Goldenen Löwen.

",Werk ohne Autor‘ erzählt in einem großen epischen Bogen ein bewegendes Künstlerschicksal im Nachkriegsdeutschland, in einer Zeit, als es schwierig war, zu einer eigenen Kunstsprache zu finden", heißt es in der Jury-Begründung zur Oscar-Kandidatur. "Der Film hat, unterstützt von einem grandiosen Schauspielerensemble, große poetische Momente und geht gleichzeitig einer essenziellen, auch heute noch aktuellen Frage nach: Das Finden einer eigenen Haltung."

German Films, die Auslandsvertretung des deutschen Films, begibt sich mit der Entscheidung für Donnersmarck, der Beiträge wie das Romy-Schneider-Drama "3 Tage in Quiberon", Michael "Bully" Herbigs ersten ernsten Film "Ballon", "Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm" von Joachim A. Lang, "Der Hauptmann" von Robert Schwentke und Christian Petzolds "Transit" hinter sich ließ, auf gewohntes – erfolgversprechendes – Terrain. Denn erfahrungsgemäß sind es Beiträge aus der jüngeren deutschen Geschichte, die bei der Academy gute Chancen haben. Das zeigt die Vergangenheit: Caroline Links "Nirgendwo in Afrika", der 2003 den Auslands-Oscar gewann, erzählt von einer jüdischen Familie, die in den 1930er Jahren aus Deutschland nach Kenia flieht. Nominiert waren zudem die deutschen Beiträge "Das weiße Band"(Michael Haneke), und "Der Baader Meinhof Komplex" (Uli Edel).