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09. Juli 2012

Ein Sprint durchs Museum

Hannes Reich dirigierte das Akademische Orchester Freiburg im Konzerthaus.

Obwohl Sergej Prokofjew seine siebte und letzte Sinfonie für Jugendorchester konzipierte, handelt es sich ums Werk eines reifen Komponisten, dem es selbst unter den Zwängen stalinistischer Kulturpolitik gelang, was Neues zu schaffen und bei der Verwendung melancholischer Melodien auch Ironie durchschimmern zu lassen. Diese Musik klingt unschuldig, besitzt aber auch eine komische Seite.

Hannes Reich, der seit diesem Sommersemester die Leitung des Akademischen Orchesters Freiburg innehat, arbeitet beide Momente jetzt im Konzerthaus prägnant heraus. Der junge Dirigent, der an der Trossinger Musikhochschule studiert, führt das Orchester souverän. Der Klang ist transparent, die Musiker folgen aufmerksam. Bassisten und Schlagzeuger leisten gute Arbeit. Die Streicher entwickeln während der melodiösen Abschnitte einen vollen und warmen Klang. Man merkt dem Orchester die Freude am Spiel an, auch die Konzentration, die für die Stimmung von Prokofjews Musik wichtig ist. Vom verhaltenen Moderato des ersten Satzes bis zum fröhlichen Vivace des Finales überzeugt die Interpretation. Besonders beeindruckend ist, wie der Dirigent und sein Orchester beim ruhigen Ausklang des Stücks die Spannung halten.

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Bei Modest Mussorgskys "Bilder einer Ausstellung" braucht das Orchester zuerst etwas Zeit um ins Werk hereinzukommen. Dann eilt es plötzlich davon. Die Tempi, die Reich vorgibt, sind hier etwas überambitioniert. Mussorgsky hat sich bekanntlich von einer Gedenkausstellung zu Ehren seines verstorbenen Freundes Viktor Hartmann inspirieren lassen. Es wäre daher zu erwarten, dass dem Publikum die nötige Zeit gegeben wird, um die in Musik übersetzten Bilder in Ruhe zu betrachten.

Diesmal gleicht das Stück einem Sprint durch ein Museum, bei dem man es eben noch schafft, ein paar Schnappschüsse zu machen. Wenn man sich die Fotos anschaut, ist man erstaunt darüber, dass das Akademische Orchester darauf noch ziemlich gut aussieht. Hervorzuheben sind vor allem Hörner und Holzbläser, die einen sehr stimmigen Klang entfalten. Beim "Ballett der Küken" brillieren Flöten und Oboen. Das gewaltige Tutti beim "Großen Tor von Kiev" schließlich reißt das Publikum mit.

Autor: Nikola Mirkovic


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