Festnahme nach Anschlag

dpa

Von dpa

Mo, 25. September 2017

Kino

Kulturminister kritisiert Proteste gegen "Matilda"-Film.

In der Kontroverse um den russischen Kinofilm "Matilda" ziehen die Behörden die Zügel an. Nach Drohungen gegen Kinobetreiber nahm die Polizei einen ultraorthodoxen Verdächtigen bis 22. November in Untersuchungshaft, wie eine Sprecherin des Innenministeriums am Samstag mitteilte. Alexander Kalinin, Chef der radikalen Gruppe "Christlicher Staat", wird Nötigung vorgeworfen. Wie die Agentur Ria Nowosti berichtete, wurden bei der Festnahme Drohbotschaften und brennbare Flüssigkeit gefunden. Kalinin bestreitet die Vorwürfe. Er war zusammen mit drei weiteren Verdächtigen in Gewahrsam genommen worden. Sie gaben Berichten zufolge zu, an einem Anschlag beteiligt gewesen zu sein, bei dem vor dem Büro des Anwalts von "Matilda"-Regisseur Alexej Utschitel Autos in Flammen aufgingen.

Der als Sakrileg angefeindete Film erzählt von der Beziehung des später heiliggesprochenen Thronfolgers Nikolaus II. und einer Tänzerin. Mit den Festnahmen und einer Stellungnahme von Kulturminister Wladimir Medinski machen sich die Behörden nun stark für den Film, der am 26. Oktober in die Kinos kommen soll. Medinski hatte kürzlich gesagt, die Proteste von Monarchisten und konservativen Christen diskreditierten die staatliche Kulturpolitik und die Kirche.