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31. März 2017

Riad Sattouf

GRAPHIC NOVEL: Konkurrenz für den kleinen Nick

  1. Foto: Reprodukt

In seinem Graphic-Novel-Bestseller "Der Araber von morgen" erzählt Riad Sattouf über seine Kindheit in Frankreich, Libyen und Syrien. Nun schlüpft er in die Haut von Esther. Mit cartooneskem Strich schildert er viele kurze Episoden aus ihrem Leben. Die anfangs Neunjährige wohnt mit ihrer Familie in Paris. Esther ist ein ziemlich normales heutiges Mädchen. Sie geht auf die Schule, wünscht sich sehnlichst ein iPhone, nervt ihren Bruder grundsätzlich, ärgert sich über stinkende Jungs, spielt mit ihren Klassenkameradinnen Modeschau und Familie, fährt ins Ferienlager. Ihr kindlicher Blick seziert Alltag, Familie und Gesellschaft. Dabei schwankt Esther stets zwischen Scharfsinn und Naivität. Sattouf hat eine Art weiblichen "Der kleine Nick" geschaffen, ähnlich charmant, witzig und entlarvend, weniger lieblich, aber dafür sehr zeitgemäß. Hoffentlich hält die auf zehn Bände angelegte Serie den hohen Spaßfaktor.

Riad Sattouf: Esthers Tagebücher – Mein Leben als Zehnjährige. Übersetzt von Ulrich Pröfrock. Reprodukt Verlag, Berlin 2017. 56 Seiten, 20 Euro.

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Autor: Jürgen Schickinger