Gurlitt-Erbe zieht das Publikum an

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Von dpa

Mi, 03. Januar 2018

Kunst

Kunstmuseum Bern vom Ansturm überwältigt.

Das Kunstmuseum Bern ist vom Ansturm der Besucher bei seiner Gurlitt-Ausstellung überwältigt. Seit der Eröffnung Anfang November bis zum Jahresende seien 78 000 Besucher gekommen, sagte die Direktorin des Museums, Nina Zimmer. Das sind mehr als 1500 pro Tag, selbst an Werktagen gebe es Schlangen vor den Kassen. Das Kunstmuseum ist Erbe des gesamten Bestandes von Cornelius Gurlitt, dem Sohn eines der Kunsthändler Adolf Hitlers. Die Werke waren erst 2012 in dessen Wohnungen entdeckt worden. Das Museum zeigt zeitgleich mit der Bundeskunsthalle Bonn die Schau "Bestandsaufnahme Gurlitt". In Bern geht es um "Entartete Kunst" – beschlagnahmt und verkauft", in Bonn um NS-Raubkunst.

Zimmer räumte ein, dass es sich bei Cornelius Gurlitts Nachlass eher um einen Lagerbestand als um eine Sammlung handelt. Es seien aber sehr schöne Werke dabei. Besucher seien von der Qualität der Kunst dennoch berührt: "Weil die Werke nie zu sehen waren, wirken sie taufrisch." In der Schau sind 160 Arbeiten überwiegend auf Papier zu sehen, unter anderem von Kandinsky, Nolde, Barlach und Kirchner. Die Bonner Ausstellung ist vom 13. April an in Bern zu sehen. Dabei will Nina Zimmer den wenig bekannten Aspekt von Bern als Sammelpunkt für Kunstwerke aus privaten Sammlungen beleuchten, die unter Raubkunstverdacht standen. Dabei spielte der britische Kunstschutzoffizier Douglas Cooper eine Schlüsselrolle.