Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.
16. Juni 2011
Kino
Hape Kerkeling spricht "Kung Fu Panda 2"
TICKET-INTERVIEW: Der Komiker Hape Kerkeling über Stärken, Schwächen und den neuen Film.
Hape Kerkeling (46) fühlt sich unwohl in Interviews. Es dauert einige Minuten, bis er aufgetaut ist. Vielleicht liegt das nun auch daran, dass in seinem Privatleben einiges am Kochen war. Anlass des Gesprächs ist der neue Animationsfilm "Kung Fu Panda 2", in dem der Komiker die Rolle des Pandas Po spricht. Markus Tschiedert hatte das Vergnügen, Kerkeling dazu in Berlin zu treffen.
Ticket: Ein zweiter Teil von "Kung Fu Panda" war nach dem Erfolg unausweichlich. Empfanden Sie Freude oder Frust, nun schon wieder vors Mikro zu treten?Hape Kerkeling: Ehrlich gesagt, habe ich sehnsüchtig darauf gewartet. Aber bei dem Aufwand für einen Animationsfilm dauert das nun mal, doch das Ergebnis finde ich richtig klasse. Mir gefällt der zweite Teil von der Story und der Entwicklung der Hauptfiguren sogar noch besser als der erste. Für mich ist der Kampf gegen das Böse überzeugender und die universellen Lehren, die Po aus seinen Abenteuern ziehen muss, nachvollziehbarer.
Ticket: Nun müssen Sie als Po öfter Kampfschreie von sich geben. Führt das nicht zu Halsschmerzen?
Werbung
Ticket: Was gefällt Ihnen eigentlich an der Figur des Po?
Kerkeling: Er kann aus seinen Schwächen Stärken machen. Was für mich so glaubwürdig passiert, dass ich mir wirklich wünsche, Kinder, die selbst mit Schwächen zu kämpfen haben, mögen diesen Film sehen und erkennen, dass es auch anders geht. Für mich ist das die wichtigste Botschaft des Films.
Ticket: Hatten Sie als Kind mit Schwächen zu kämpfen, die Sie in Stärken umwandeln konnten?
Kerkeling: Ich bin immer noch dabei. Das ist ein Prozess wie bei jedem Menschen. Denn wir alle haben Schwächen, und bei mir war schon immer mein Gewicht ein Knackpunkt für mich und wird es wahrscheinlich auch immer bleiben. Insofern finde ich mich in diesem Bären wieder.
Ticket: Der Bär muss im Film seinen inneren Frieden finden. Haben Sie ihn schon gefunden?
Kerkeling: Das ist eine Lebensaufgabe. Zeitweise habe ich den inneren Frieden, heute Morgen zum Beispiel. Aber nach dem 25. Interview bin ich mir nicht mehr so sicher.
Ticket: Dennoch sind Sie ein spiritueller Mensch, der sich auf den Jakobsweg begeben hat und sich hin und wieder zurückzieht. Tun Sie das, um dem Burnout zu entgehen?
Kerkeling: Ich glaube, dass jeder Mensch schon mal ein Burnout erlebt hat oder an seine Grenzen gestoßen ist. Da will dann jeder wieder zu seiner Mitte zurückfinden, was zum Lebensprozess dazugehört. Das kann gewiss mehrmals passieren, und ich für meinen Teil fühle mich im Moment ganz gut eingebettet in meine Mitte. Und ich bilde mir ein, sie nicht nur zu sehen, sondern auch zu spüren. Aber so etwas ändert sich auch wieder im Leben.
Ticket: "Ich bin dann mal weg", Ihr Buch darüber, soll verfilmt werden.
Kerkeling: Im nächsten Jahr.
Ticket: Wer spielt Hape Kerkeling?
Kerkeling: Das weiß ich nicht, das entscheidet die Produktionsfirma. Ich werde es nicht machen. Erstens kann ich mich nicht selber spielen, weil es dann ja eine Rolle ist, und zweitens bin ich dann fast elf Jahre älter als ich damals war, womit es unglaubwürdig werden würde.
Ticket: Sie lieben Animationsfilme. Da wundert es, dass Sie sich nicht schon eine Comicfigur auf den Leib geschrieben haben wie etwa Otto mit seinen Elefanten oder Loriot mit Wum und Wendelin.
Kerkeling: Privat zeichne ich sehr gern Karikaturen und habe Zuhause etliche Schatullen damit gefüllt. Ich zeichne seit meinem zehnten Lebensjahr und besitze mittlerweile bestimmt 600 bis 700 Karikaturen von selbst erfundenen Figuren. Aber ich habe sie nie in der Öffentlichkeit gezeigt und werde es wahrscheinlich auch nicht tun.
Ticket: Beschäftigt Sie so etwas wie Ehec?
Kerkeling: Hallo, geht’s noch? Ich bin Hypochonder und denke schon die ganze Zeit, was meine Interviewpartner so alles gegessen haben: Gurke oder Sojasprossen?
KUNG FU PANDA 2
Regie: Jennifer Nelson
Mit den deutschen Stimmen von Hape Kerkeling, Cosma Shiva Hagen, Bettina Zimmermann, Ralf Schmitz, Gottfried John und anderen
90 Minuten, frei ab sechs Jahren
Die Story
Nach seinem ersten Abenteuer liegt Pandabär Po wieder gern auf der faulen Haut. Doch neues Unheil bedroht ganz China. Ein fieser Pfau namens Lord Shen ist in die Hände einer neuen Waffe gekommen: Schießpulver! Damit will er die Macht an sich reißen, wären da nicht Po und seine Freunde. Po muss seinen inneren Frieden finden, bevor er den Frieden fürs Land herstellen kann.
Autor: bz
Autor: tsc
