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04. März 2009 15:40 Uhr

Sinfoniekonzert der Freiburger Philharmoniker

Triumph in der Heimat

Beim Sinfoniekonzert des Freiburger Philharmonischen Orchesters erklangen Werke von Richard Strauss, Schostakowitsch und Britten. Solisten waren Wolfgang Emanuel Schmidt (Cello) und Volker Jacobsen (Viola). Leitung: Jonathan Darlington.

  1. Geboren in Freiburg, Professor in Dresden: der exzellente Cellist Wolfgang Emanuel Schmidt Foto: Pro

Geschrieben ist es für Mstislaw Rostropowitsch, den Cellovirtuosen des 20. Jahrhunderts. Das sagt eigentlich alles. Jetzt erklang Dmitri Schostakowitschs Cellokonzert Nr. 1 (von 1959) beim Sinfoniekonzert der Freiburger Philharmoniker. Mit einem gebürtigen Freiburger als Solisten. Wolfgang Emanuel Schmidt, Jahrgang 1971, in Lübeck und New York geschult und Professor in Dresden, spielte mit einer Intensität, die es mit der des russischen Kollegen aufnehmen konnte. Überdies immer so, dass hier Tonschönheit nie zur Nebensache wurde. Auch bei den abrupt schließenden Ecksätzen, denen ja eine gewisse Motorik eigen ist.

Besonders expressiv klang erwartungsgemäß die Cellokultur des langsamen Satzes. Ein ungemein ausdrucksstarker Gesang. Manchmal taucht das Soloinstrument geradezu ins Orchester ein – bei einer Musik, die bisweilen sinnfällig zu machen vermag, dass Lachen und Weinen verschwistert sind. Überhaupt die Interaktion mit dem Orchester – hervorragend! Ein Sonderlob gebührt der wieder einmal fabelhaften Hornistin Isabel Forster. Die ausladende Cellokadenz hob dann so ätherisch an, als entstamme sie einer anderen Welt. Eine Musik, die in die Seele blicken lässt, ihr sensibel auf den Grund geht. Kadenzstrukturen, die andererseits aber auch dazu angetan sind, das Soloinstrument selbst zum Orchester werden zu lassen. Schmidts phänomenaler Auftritt in seiner Geburtsstadt geriet beinah zum Triumph. Ein Prophet, der im eigenen Lande rundum begeisterte.

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Dirigierte erstmals in Freiburg: Jonathan Darlington

Bei "Don Quixote", diesen vom noch jungen Richard Strauss vorgelegten Fantastischen Variationen über ein Thema ritterlichen Charakters, ging dieser Siegeszug weiter. Bei jener Tondichtung, die in diesem Sinfoniekonzert (als konzertantes Pendant zum Musical "Der Mann von La Mancha") die Stelle der Sinfonie zu vertreten hatte. Bei einer Musik, die mit Augenzwinkern komponiert ist, wo das Orchester (mit sechs Hörnern und Windmaschine) schwelgen durfte, wo sich der gewaltige Apparat auch mal auf kammermusikalisches Terrain begibt. Eindrucksvoll gelang das alles. Die Philharmoniker waren in Hochform. Und die Solisten: Schmidt, der per Cello einen sehr ritterlichen Ritter ins Bild setzte, dazu ein von Volker Jacobsens Bratsche bündig umrissener Schildknappe Sancho Pansa.

Dass es ein so starker Abend wurde, ist nicht zuletzt auch dem Dirigenten Jonathan Darlington zu verdanken, der nun erstmals in Freiburg auftrat. In der elektrisierenden, umsichtigen und bis zur Haarspitze engagierten Deutung von Benjamin Brittens "Gloriana"-Suite und noch dazu im Dirigierstil erinnert der englische Chef der Duisburger Philharmoniker an seinen schottischen Kollegen Donald Runnicles, der ja in seiner Zeit als Freiburger Generalmusikdirektor auch Britten exponiert hatte. Mustergültig, wie Darlington die Musik Brittens von 1953/54 zwischen Feuer, Feierlichkeit, Intimität und Historismus auf den Punkt brachte. Ein Pulsieren und Vibrieren vom ersten Takt an. Kompliment an die Holzbläser! Offenkundig stimmte die Chemie: Nach der Britten-Exegese applaudierte sogar das Orchester seinem Dirigenten, mit dem man sich baldigst ein Wiederhören wünscht.

Autor: Johannes Adam