KRITIK IN KÜRZE

Georg Rudiger

Von Georg Rudiger

Mo, 10. Dezember 2018

Klassik

Kinderkonzert des SWR-Symphonieorchesters

"Eine musikalische Reise durch Raum und Zeit" versprach das SWR-Symphonieorchester in seinem Kinderkonzert "In Taros Welt" im gut gefüllten Freiburger E-Werk. Das Fabelwesen soll den Kindern dabei helfen, sich in die eigene Fantasiewelt hineinzuträumen. Zu Gesicht bekommen die jungen Zuhörer Taro aber nicht, sondern Schlagzeuger Jochen Schorer stellt vorab auf dem Marimbaphon mit rhythmisch energischen Passagen, aber auch mit leisen, fließenden Tonfolgen einige seiner Charaktereigenschaften vor. Genaues Zuhören als Voraussetzung für eine durch Musik ausgelöste Fantasiereise – ein guter Ansatz für ein Kinderkonzert. Aber das von der Stuttgarter Musikvermittlerin Jasmin Bachmann konzipierte und moderierte Konzert setzt mit der Lichtkunst von Kurt Laurenz Theinert auf ein zweites Element, das dem Zuhören im Wege steht. Kaum werden die spektakulären geometrischen Formen auf die Wände des E-Werks projiziert, ist die Konzentration der Kinder dahin. Jede neue Farbe oder Bewegung wird tuschelnd kommentiert. Die Musikcollage von Fabrice Bollon, die das SWR-Symphonieorchester unter Leitung von Daniel Huppert zum Leben erweckt, wird zum Soundtrack degradiert. So spielt Konzertmeister Jermolaj Albiker das Violinsolo aus dem "Winter" von Vivaldis "Vier Jahreszeiten" auf einem Grundrauschen des Publikums. Das einstündige Konzert entfaltet kaum Spannung, auch wenn die "Halle des Bergkönigs" aus Griegs Peer-Gynt-Suite oder die Ouvertüre zu Rossinis "Barbier von Sevilla" in Bollons Bearbeitung grooven. Da helfen die interaktiven Belebungsversuche wie gemeinsames Schnippen oder Tücherschwenken nicht.