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19. Juni 2009
BZ-Interview
Morten Harket von a-ha: "Ich bin ein schlechter Rockstar"
Vor 25 Jahren schrieben sich a-ha mit ihrem ersten Hit "Take On Me" in die Popgeschichte ein. Jetzt besinnen sich die Norwege wieder auf den Synthi-Sound ihrer frühen Jahre. Ein Interview zum neuen Album.
Vor 25 Jahren schrieben sich a-ha mit ihrem ersten Hit "Take On Me" in die Popgeschichte ein. Jetzt besinnen sich die Norweger Morten Harket, Pal Waktaar-Savoy und Magne Furuholmen wieder auf den Synthi-Sound ihrer frühen Jahre. Auf dem neuen Album "Foot of the Mountain" beendet die erfolgreichste norwegische Band die langjährige Experimentierphase und erfreut die Fans mit keyboardlastigen Popsongs. Steffen Rüth sprach mit Sänger Harket.
BZ: Morten Harket, "Foot of the Mountain" hört sich sehr nach den a-ha aus den 80ern an. Waren a-ha früher besser?Morten Harket: Nein, das bestimmt nicht. Doch wir haben uns nach langer Zeit wieder an dem Synthi-Sound orientiert, der einen wichtigen Teil unserer Identität ausmacht. Wir sind jetzt wieder ganz wir selbst.
BZ: Die letzten a-ha-Platten wie das 2005 erschienene "Analogue" klangen eher nach Beatles und Britpop. Waren Sie es nun leid zu experimentieren?
Harket: Irgendwie schon. Alles, was du machst, ist eine Reaktion auf das, was du vorher gemacht hast. Wir haben jahrelang viel Energie darauf verwendet, eben nicht so wie a-ha zu klingen. Das ist uns auch gelungen, dieses Ziel haben wir erreicht. Nun wollen wir wieder a-ha sein.
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Harket: Wir sind uns nie einig (lacht). Wir schaffen es immer nur, uns anzunähern. Auf einer Wellenlänge schwimmen, das klappt einfach nie. Und es war auch nicht problemlos. Wir fingen an mit diesem Album, waren aber nicht besonders einfallsreich. Also kümmerten wir uns allesamt um unsere Solokarrieren, ich veröffentlichte vergangenes Frühjahr zum Beispiel das Album "Letter from Egypt". Danach, im Herbst und Winter, trafen wir uns wieder und waren endlich konzentriert genug, um eine Platte aufzunehmen.
BZ: Es gibt keine andere Band, die wie a-ha klingt.
Harket: Auch deshalb bin ich froh, dass wir uns alle drei entschieden haben, wieder a-ha classic zu sein. Magne wollte sogar noch stärker in Richtung Synthipop gehen und das Album "Digital" nennen. Aber er konnte sich nicht damit durchsetzen, eine reine Discoplatte zu machen.
BZ: Weil Sie dagegen waren?
Harket: Pal auch. Ich singe sehr gern solche Lieder wie "Shadowside", das theatralisch und soundtrackartig klingt. Ich bin keine Clubdiva wie Kylie Minogue. Ich mag es, wenn meine Stimme beschäftigt ist.
BZ: Sie werden im September 50 Jahre alt. Stört Sie das?
Harket: Ich denke nicht darüber nach. Es ist einfach so. Ich werde 50. Fertig.
BZ: Hält das Leben als Popsänger jung?
Harket: Nö, ich glaube, das macht keinen Unterschied. Ich fühle mich ganz schön oft alt.
BZ: a-ha sind mit dem Song "Foot of the Mountain" beim Finale von "Germany’s Next Topmodel" aufgetreten. Welches Mädchen war Ihre Favoritin?
Harket: Die traurige Wahrheit lautet: Ich habe nichts von der Show gesehen. Es war einfach keine Zeit. Am nächsten Morgen mussten wir auch sehr früh aus dem Bett, deshalb konnten wir auch nicht mehr zur Abschlussparty gehen, was ich schade fand.
BZ: Sie sind ja vor einem halben Jahr erneut Vater geworden. Da dürften die Prioritäten sowieso nicht bei minderjährigen Models liegen, oder?
Harket: Nein, nein, die Prioritäten sind immer noch dieselben. Und Mädchen gehören definitiv dazu. Kinder zu haben und in einer Beziehung zu leben ändert nichts an meiner Reaktion auf schöne Frauen.
BZ: Nämlich?
Harket: Ich freue mich darüber, welche zu sehen. Ich bin ein Mann. Und bleibe ein Mann. Allerdings bin ich ein richtig schlechter Rockstar. Ich habe im ganzen Leben keine Drogen ausprobiert, rauche nicht, trinke wenig Alkohol und gehe meistens früh ins Bett. Ich fürchte, ich bin ziemlich langweilig.
BZ: Sie haben aber immerhin fünf Kinder von drei verschiedenen Frauen. Ihre jüngste Tochter Karmen Poppy ist acht Monate alt, Ihr ältester Sohn Jakob ist gerade 20 geworden. Hat eines Ihrer Kinder Interesse, in Ihre Fußstapfen zu treten?
Harket: Meine älteste Tochter Tomine ist 16 und singt wirklich unglaublich gut. Aber ich werde mich hüten, sie zu drängen. Wer wirklich daran glaubt, das zu machen, was er liebt, der braucht keine Empfehlung, schon gar keine des eigenen Vaters.
– a-ha: Foot of the Mountain (Universal)
Autor: rüth
