Motettenchor huldigt Queen

Antje Gessner

Von Antje Gessner

Mi, 28. Mai 2014

Klassik

Konzert vom Rosenfelspark in die Kirche St. Peter verlegt.

Der Motettenchor Lörrach hat zwei Bachkantaten und Händels "Ode for the birthday of Queen Anne" aufgeführt. Wegen der unklaren Wetterprognose fand das Konzert nicht, wie ursprünglich geplant, im Rosenfelspark statt, sondern in der Kirche St. Peter.

Die Huldigungskantate "Auf schmetternde Töne der muntern Trompeten" (BWV 207a) komponierte Bach 1735 anlässlich des Namenstages von August III., Kurfürst von Sachsen. August wird verehrt als Herrscher, der die Sachsen schützt und für ihr Wohlergehen sorgt. "Tönet Ihr Pauken! Erschallet Trompeten" (BWV 214) schuf Bach 1733 zum Geburtstag von Augusts Ehefrau Maria Josepha, Kurfürstin von Sachsen und dachte dabei wahrscheinlich schon an das spätere Weihnachtsoratorium. Dort verwendet Bach die Kantate mit neuem Text für das berühmte "Jauchzet frohlocket, auf, preiset die Tage", mit dem das Oratorium eröffnet wird. Händels 1713 komponierte Ode huldigt Königin Anne als Friedensstifterin nach dem spanischen Erbfolgekrieg. Der Motettenchor entfaltete während des Konzerts Stimmkraft und Prägnanz. Während er am Beginn des Konzerts vielleicht noch etwas zaghaft wirkte, legte er nach und nach zu, wurde schwungvoller, akzentuierter und insgesamt sehr klangschön. Dabei steigerte sich auch die Textverständlichkeit im Laufe des Konzerts wahrnehmbar. Als gut aufeinander abgestimmte Solisten traten Petra Hoffmann (Sopran), Sibylle Kamphues (Alt), Karl-Heinz Brandt (Tenor) und Torsten Meyer (Bass) auf. Wunderbar lyrisch klangen viel der Arien, die von einem Soloinstrument begleitet wurden. Lyrisch zart beginnt Händels Ode mit einer Arie für Alt und Solotrompete, eine Musik, die einer weiblichen Herrscherin gewidmet ist. In der Lörracher Aufführung wird diese Ode auf einer historischen Trompete gespielt.

Die Auswahl der festlichen Kantaten mit Pauken und Trompeten sei in Hinblick auf die Freilichtaufführung im Rosenfelspark erfolgt, wo man nichts kleinformatiges spielen könne, erklärte Dirigent Stephan Böllhoff im Gespräch. Er habe diese Bachkantaten immer schon einmal aufführen wollen. Auf Händels "Ode for the birthday of Queen Anne" sei er per Zufall gestoßen. Die drei aufgeführten Kantaten würden sich gegenseitig beleuchten. Die herrscherverehrenden Texte müssten aus der Zeit heraus betrachtet werden und seien uns heute fremd. Doch besäßen sie eine bildkräftige Sprache und poetischen Reiz. Als nächstes Projekt plant der Motettenchor die Aufführung einer Messe von Dvorák.