Pop

Nonchalante Straßenmusik von Fainschmitz

Stefan Franzen

Von Stefan Franzen

Sa, 11. August 2018 um 00:00 Uhr

Rock & Pop

"Holland ist zum Glück entbehrlich": Zu dieser Erkenntnis kommt dieses neue österreichisch-deutsch-italienische Quartett im Klimakatastrophen-Song "Delphine zählen".

Nur einer dieser Momente, in denen man schmunzeln muss auf der Debüt-CD von Fainschmitz. Alle vier, an Klarinette, Sax, Trompete, Schrammelgitarre und Aufrecht-Bass sind studierte Jazzmusiker, und dieses Level verströmen die feinen Arrangements mit aufgekratztem Akustik-Swing in Straßenmusik-Attitüde in jedem Takt. Ganz zurückgelehnt zeigt sich im Schmelz der Klarinette der "Herzschmerz", und "Franci’s" hat viel New Orleans-Kolorit.

Doch nur die Hälfte der zwölf Stücke sind instrumental: Besonderes Markenzeichen der Fainschmitzens ist Matthias Vieiders Gesang, nahe am Sprechduktus und oft mit einem scheppernden Megaphon rausgehauen. Das Paolo-Conte-Cover "Via Con Me" mit gestopftem Gebläse passt in die nonchalante Grundstimmung auch noch wunderbar rein. Diese Combo wünscht man sich zwecks origineller Belebung der Fußgängerzone in jede Stadt.

Fainschmitz Fainschmitz Begins: (Three Saints/H’Art).