Nun kommt der neue Spielplan

Ulrike Hofsähs

Von Ulrike Hofsähs (dpa)

Di, 11. Dezember 2018

Theater

Tanztheater Wuppertal vor Weichenstellungen.

Johannes Slawig redete nicht drumherum. "Wir sind mit dem Tanztheater in einer durchaus schwierigen Situation", sagte der Stadtdirektor von Wuppertal und spielte auf den Arbeitsgerichtsprozess der früheren Intendantin Adolphe Binder an. Ein Problem allerdings ist gelöst. Nach langer Vakanz hat das Ensemble der 2009 gestorbenen Choreographin Pina Bausch wieder eine künstlerische Leitung. Bettina Wagner-Bergelt hat seit Mitte November den Job für die nächsten zwei Jahre. Ende dieser Woche stellt sie den noch fehlenden Spielplan für den Rest der laufenden Spielzeit vor.

Überhaupt geht es derzeit Schlag auf Schlag in Sachen Tanztheater Wuppertal Pina Bausch. Am 17. Dezember wird im Stadtrat im Grundsatz über das 60 Millionen Euro teure Projekt eines Pina-Bausch-Zentrums entschieden. Dort soll die Compagnie dauerhaft unterkommen, proben und auftreten. Der Bund übernimmt die Hälfte der Baukosten. Das Land Nordrhein-Westfalen beteiligt sich ebenfalls. Das künftige Zentrum soll im leerstehenden Schauspielhaus aus den 60er Jahren entstehen. Auch eine von Salomon Bausch nach dem Tod seiner Mutter gegründete Stiftung soll dort unterkommen.

Doch am Donnerstag geht es erstmal um Vergangenheitsbewältigung. Die ehemalige Intendantin Adolphe Binder klagt gegen ihre fristlose Kündigung. Der Beirat des Theaters hatte den Schritt im Juli mit der Wiederherstellung der Handlungsfähigkeit begründet. Zuvor war ein tiefes Zerwürfnis zwischen Binder und der Geschäftsführung bekannt geworden. Anonym wurde der Intendantin ein autoritärer Führungsstil und das Fehlen eines realisierbaren Spielplans angelastet. Die Tänzer erfuhren davon bei einem Gastspiel in Paris.