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05. Juni 2010

Michael Moritz

REGIO-KRIMI: Ein Foto für Kilian

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Kilian ist Kriegsreporter – seine Fotos aus den Krisengebieten der Erde haben ihn sogar berühmt gemacht. Doch das würde der Badener gerne vergessen, denn die vielen Toten und Verwundeten, Gewalt und Hoffnungslosigkeit haben ihn ausgebrannt. Der Mitte 40-Jährige ist darum an den Kaiserstuhl zurück gekehrt – um Leben einzufangen: in der Sonne glitzerndes Rheinwasser, oder sich im Wind wiegende Gräser auf den Schelinger Matten. Vielversprechend farbig beginnt Michael Moritz’ Krimidebüt "Tod in der Rheinaue"; der Autor, sonst Schauspieler von Beruf, beschreibt kenntnisreich seine Heimat und hat sich mit dem seelisch angeschlagenen Fotografen eine interessante Hauptfigur ausgedacht. Kilian bleibt nicht der einzige Charakter mit Potenzial, vielschichtig angelegt ist auch die Figur von Hauptkommissar Belledin, ein badischer Brummbär, dem es natürlich ein Dorn im Auge ist, dass sein Jugendfeind Kilian auf eigene Faust versucht, den Mörder eines gemeinsamen Kameraden zu finden. Der Krimi liest sich flott und unterhaltsam, allein, dass Moritz meint, immer mehr Leichen in seine Geschichte einbauen zu müssen, stört gewaltig.

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Michael Moritz: Tod in der Rheinaue. emons 2010. 255 Seiten, 9,90 Euro.

Autor: Hoss