Ray Davies

ROCK: Erinnerungen an die USA

Michael Dörfler

Von Michael Dörfler

Fr, 21. April 2017

Rock & Pop

Ray Davies, das ist der britische Songschreiber, der in den 60er und 70er Jahren mit seiner Band The Kinks ein paar jener Popsongs ("You really got me", "Waterloo Sunset", "Lola") schuf, die längst zu den Standardwerken der Branche gehören und zu Evergreens geworden sind. Davies (72) ist ein scharfer Beobachter seiner Umwelt und sprüht auch heute immer noch vor Sarkasmus. Die Kinks hat er Ende der 90er Jahre ruhen lassen, müde der Machtkämpfe mit seinem nicht minder egozentrischen Bruder Dave. Ray Davies zog sich zurück, in New Orleans fand er zeitweise ein neues Zuhause. Mit "Americana", betitelt nach seiner 2013 erschienenen Biografie, hat er nun nach siebenjähriger Pause eine neue Platte vorgelegt. Eine Reminiszenz an die verbrachte Zeit in den USA, voller stimmungsvoller Bilder und der für Davies typischen Melodiebögen. Als kompetente Begleiter hat er sich die Jayhawks ins Studio geholt, eine der derzeit besten US-Bands zwischen Rock und Americana. Kann da etwas schiefgehen? Nein! Ray Davies zetert und schwelgt – und so klingt "Americana" bisweilen nach dem vielleicht besten Werk der Kinks: der Perle "Muswell Hillbillies"von 1971.

Ray Davies: Americana (Sony).