Tradition auf dem Stoppelfeld

Jürgen Ruf

Von Jürgen Ruf

Mi, 12. Dezember 2018

Kultur

Markgröninger Schäferlauf und Altersgenossenfeste in Schwäbisch Gmünd wurden Unesco-Kulturerbe.

Der Schäferlauf von Markgröningen gehört nun zum Unesco-Kulturerbe. Die Deutsche Unesco-Kommission habe den 1445 erstmals urkundlich erwähnten Lauf in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen, teilte die Stadt Markgröningen im Kreis Ludwigsburg am Dienstag mit. Dies gilt den Angaben zufolge auch für die Schäferläufe in Bad Urach (Kreis Reutlingen) und Wildberg (Kreis Calw). Ebenfalls zum Unesco-Kulturerbe erklärt: Die Altersgenossenfeste in Schwäbisch Gmünd. Sie gibt es seit 1863.

Der Markgröninger Schäferlauf ist ein württembergisches Traditionsfest und nach Angaben der Veranstalter der älteste Lauf seiner Art in Baden-Württemberg. Die Teilnehmer rennen dabei über ein Stoppelfeld. Legenden zufolge soll ein württembergischer Graf das Fest zu Ehren des zuverlässigen "Schäfers Bartel" ins Leben gerufen haben. Der Lauf findet Ende August statt. In der heutigen Form gibt es ihn seit 1651. Dabei dürfen nur Schäfer, Schäferinnen und deren Töchter mitmachen. Die Stadt hatte beantragt, den Schäferlauf als Kulturerbe eintragen zu lassen. Rund um den Lauf gibt es ein mehrtägiges Volksfest, zu dem jährlich nach Angaben der Veranstalter rund 100 000 Besucher kommen.

Altersgenossenfeste in Schwäbisch Gmünd gehören ebenfalls zu den Traditionen im Südwesten. Seit 1863 treffen sich in der mittelalterlichen Stadt jedes Jahr Altersgenossen, also die im gleichen Jahr Geborenen. Es gebe gemeinsame Aktivitäten und einen großen Umzug, zu dem die Männer traditionell mit Frack und Zylinder, die Frauen in festlichen Roben erscheinen.

Deutschlandweit wurde das Verzeichnis schützenswerter kultureller Traditionen um 18 Kulturformen reicher. Als sogenanntes Immaterielles Kulturerbe wurden am Dienstag auch etwa das Drechslerhandwerk, das Augsburger Hohe Friedensfest oder die Handwerksmüllerei aufgenommen.