Unter Zwang verkauft

dpa

Von dpa

Mi, 12. Dezember 2018

Kunst

Kunsthalle Mannheim findet NS-Raubkunst in Beständen.

Die Kunsthalle Mannheim hat ihre grafische Sammlung auf NS-Raubkunst durchforsten lassen – und ist fündig geworden. Der größte Teil der 2253 Inventarnummern, die das Museum von 1933 an erworben hatte, ist nach Angaben der Kunsthalle unbedenklich. Doch in 25 Fällen bestehe der Verdacht, dass die Nazis die Kunstwerke ihren Besitzern gestohlen haben oder diese ihre Kunstwerke unter Zwang verkaufen mussten. In einem Fall sei gewiss, dass es sich um Raubkunst handele, geht aus dem Abschlussbericht des Provenienzforschers Mathias Listl hervor.

Dabei handelt es sich um die Radierung "Der Trinker" (1874) von Wilhelm Leibl. Diese habe die Kunsthalle 1944 von der Mannheimer "Verwertungsstelle volksfeindlichen und jüdischen Vermögens" erworben. Die Behörde verkaufte und verteilte vorwiegend in den Häfen von Rotterdam und Antwerpen zurückgelassenes Umzugsgut jüdischer Bürger Mannheims und Nordbadens an die Bevölkerung in Mannheim. Der frühere Eigentümer der Arbeit ist unbekannt. Seit November 2011 untersucht die Kunsthalle Mannheim ihre Bestände systematisch nach NS-Raubkunst.