"Unwürdiger Zustand"

dpa

Von dpa

Mi, 03. Januar 2018

Kultur

Die Hohenzollern-Gruft in Berlin steht vor Sanierung.

Die schon lange geplante Sanierung der Hohenzollern-Gruft im Berliner Dom soll im kommenden Jahr auf den Weg gebracht werden. "Wir haben inzwischen die feste Finanzierungszusage von Land und Bund", sagte Domsprecherin Svenja Pelzel der Deutschen Presse-Agentur.

Im Keller der einstigen Staatskirche in der historischen Mitte Berlins ruhen fast 100 Hohenzollern, darunter der erste Preußenkönig Friedrich I. und seine zweite Gattin Sophie-Charlotte. Die Särge sind in einem schlechten Zustand, die schmale Treppe nach unten erinnert eher an den Zugang zu einem Heizungskeller als an eine Fürstengruft.

"Der jetzige Zustand ist unwürdig", sagt die Renovierungsbeauftragte Pelzel. "Immerhin geht es um einen Ort der deutschen Geschichte. Uns ist wichtig, ihn als nationales Denkmal zu erhalten." Dafür soll die Gruft umfassend saniert werden. Mit einem breiteren Treppenhaus und einem neuen Lift ist erstmals auch ein barrierefreier Zugang geplant.

Insgesamt sind für das Renovierungsprojekt 17,3 Millionen Euro vorgesehen. Der Löwenanteil des Geldes kommt vom Bund und vom Land Berlin, auch private Spenden sind eingeplant. Eigene Mittel kann die Gemeinde nur zu zehn Prozent beisteuern, obwohl sie Eintritt für den touristischen Besuch des Gotteshauses erhebt. Gottesdienste sind auch hier kostenfrei.

"Der Dom ist eine Besonderheit: Er gehört sich selbst, er muss sich aber auch selbst tragen", sagt Pelzel. Die Einnahmen aus der Kirchensteuer der rund 1600 Gemeindemitglieder seien für den Sechs-Millionen-Euro-Etat indes nur ein Tropfen auf den heißen Stein. "Damit könnten wir den Dom gerade mal zehn Tage für Besucher öffnen", so die Sprecherin, "denn Betrieb und Unterhalt des denkmalgeschützten Bauwerks kosten jeden Tag 15 000 Euro."