Vom Opfer zur Aktivistin

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Von epd

Fr, 07. Dezember 2018

Kultur

Kim Phuc Phan Thi erhält Preis.

Der mit 10 000 Euro dotierte Dresden-Preis 2019 geht an die Vietnamesin Kim Phuc Phan Thi. Als Opfer des Vietnamkrieges ist die heute 55-Jährige als "Napalm Girl" in die Geschichte eingegangen. Ein Bild, das sie als Neunjährige auf der Flucht zeigt, ging um die Welt. Es sei eines der berühmtesten Kriegsbilder aller Zeiten, teilte der Verein Friends of Dresden Deutschland am Donnerstag als Veranstalter mit. Der Dresdner Friedenspreis soll am 11. Februar in der Dresdner Semperoper übergeben werden.

Kim Phuc erlitt bei einem Napalm-Angriff südvietnamesischer Flugzeuge am 8. Juni 1972 schwere Verbrennungen. Während die damals Neunjährige nackt aus dem Ort Trang Bang floh, wurde sie fotografiert. "Kaum jemand kennt ihren Namen, aber nahezu jeder ihr Bild", hieß es, "ein kleines, von Napalm verbranntes Mädchen, das nackt und schreiend über eine vietnamesische Straße läuft". Bis heute leide sie an Schmerzen, ausgelöst von der damaligen Napalm-Attacke, teilte der Verein mit. Kim Phuc wurde Unesco-Botschafterin und gründete eine Stiftung für vom Krieg versehrte Kinder. Sie spreche jedes Jahr vor Tausenden Menschen und setze sich für Versöhnung und Frieden ein, hieß es zur Begründung für die Preisvergabe.

Bisherige Preisträger waren etwa Friedensnobelpreisträger Michail Gorbatschow, der Pianist und Dirigent Daniel Barenboim und der Kriegsfotograf James Nachtwey.