Waffengewalt in Amerika

Bettina Schulte

Von Bettina Schulte

Fr, 07. September 2018

Kultur

Das neue Programm des Carl-Schurz-Hauses Freiburg .

"Es musste sein", sagt Friederike Schulte, Direktorin des Freiburger Carl-Schurz-Hauses. Sein muss aus ihrer Sicht die Auseinandersetzung mit Waffengewalt in den USA, der, wie man spätestens seit Michael Moores Dokumentarfilm "Bowling for Colombine" weiß, Jahr für Jahr zu Tausenden Toten führt. Ab 11. Oktober zeigt das Deutsch-Amerikanische Institut in der Eisenbahnstraße die Ausstellung "Shot – 101 Survivors of Gun Violence in America". Die New Yorker Fotografin Kathy Shorr hat die Gewalt der Schusswaffen am eigenen Leib erfahren, als sie in den 1980ern von Einbrechern überfallen wurde. Die Grenzerfahrung wurde zum Lebensthema. Shorr hat Überlebende von Schussverletzungen aufgesucht und sie mit dem Ort des Verbrechens konfrontiert. Dazu liest am 14. September Jennifer Clement aus ihrem Roman "Gun Love": die Geschichte einer jungen Frau, die mit ihrer Tochter abseits der Gesellschaft in einem Wohnwagenpark lebt.

Außerdem im neuen Programm: Lesungen von David Sedaris zu (10.10.); und Lisa Halliday (6.12.), die in ihrem Roman "Asymetry" ihre Beziehung zu Philip Roth verbalisiert. Im umfänglichen Vortragsprogramm geht es unter anderem um die politische Teilhabe von Frauen, Donald Trump (zwangsläufig), Wege zur digitalen Selbstbestimmung und um Europa vor den Wahlen 2019. Klaus Brinkbäumer, unlängst geschasster Ex-Chefredakteur des Spiegel, hält einen "Nachruf auf Amerika", Jackson Janes unterzieht die transatlantischen Beziehungen einem Stress-Test. Es steht nicht ja sonderlich gut um die Vereinigten Staaten. Da kann die Ausstellung der Fotografin Carlotta Cardena vielleicht ein bisschen Hoffnung machen: "The Red Road Project" (ab 15.11.) porträtiert eine junge Generation indigener Amerikaner, denen der Ausgleich zwischen Überlieferung und Moderne gelingt.