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26. Februar 2010

Werkschau mit Gesang

Das Freiburger Theater am Martinstor präsentiert "Musical-Highlights 2010".

  1. Eine Gruppenchoreografie aus dem Musical „Footloose“ Foto: PRO

Sie lernen Gesang, Tanz, Stimmbildung, Schauspiel, Choreografie und Dramaturgie – und das merkt man ihnen auch an. So sind die Aufführungen des Ensembles TaM der dreijährigen, staatlich anerkannten Freiburger Musical- und Schauspielschule im Martinstor, auch meist ein Vergnügen für alle, die sich für den Nachwuchs in Sachen Musical interessieren. Ein bisschen zu sehr Werkschau und zu wenig Show ist die diesjährige Produktion "Musical-Highlights 2010" (Regie: Nick Haberstich) aber trotzdem – und das liegt vor allem am allzu gesangslastigen ersten Teil. Da gibt es nämlich erst mal ein fiktives Casting, was als Bühnenkniff nicht eben originell ist und Song auf Song relativ spannungsarm aneinander reiht. Die Bandbreite dieser Nummern-Revue ist allerdings erstaunlich: Von Stephen Schwartz Broadway-Musical "Pippin" bis zu "Jekyll & Hyde" von Frank Wildhorn und Leslie Bricusse, von "Cabaret" bis zu "Jesus Christ Superstar" werden Solos und Duos mal mehr, mal weniger beeindruckend präsentiert (am Piano: Andreas Schub).

Zusammengehalten wird das Ganze von einer Rahmenhandlung nach dem 2001 in New York uraufgeführten und sehr erfolgreichen Musical "The Producers" von Mel Brooks. Produzent Max Bialystock (Daniel Neumann) und sein Steuerprüfer Leo Bloom (Lukas Baßler) kommen nämlich auf eine geniale Abzockidee: Sie wollen einen todsicheren Flop produzieren, um das Geld der Finanziers einzustecken und sich dann nach Rio de Janeiro abzusetzen. Nun suchen sie das schlechteste Stück, den schlechtesten Regisseur und die miesesten Darsteller. Natürlich kommt alles ganz anders: Ihr Musical "Frühling für Hitler" wird als satirisches Meisterwerk gefeiert, Leo flüchtet mit der attraktiven Ulla (Nadja Matter) alleine nach Rio – und Max wandert erst mal ins Gefängnis. So weit, so gut.

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In diese, durch witzig gespielte Kurzszenen vorangetriebene Geschichte puzzeln sich ziemlich willkürlich Darbietungen aus allen Genres: Da gibt sehr, sehr gut gesungene Chorlieder wie Gabriellas Song aus dem schwedischen Spielfilm "Wie im Himmel" oder ein berührendes Irish Blessing. Vor allem aber überzeugen immer wieder die aufwendigen Gruppenchoreografien (Sandra Marja German und Mario Verkerk) aus bekannten Musicals wie "Footloose", "König der Löwen" oder "Dirty Dancing". Denn hier zeigt sich wirklich Können gepaart mit viel Spielfreude und Bühnenpräsenz. Keine Frage, davon hätte man gut noch mehr vertragen.
– Weitere Aufführungen: Am 9. und 10. April, jeweils um 20.30 Uhr im Theater im Martinstor. Karten: Tel. 0761/ 23511.

Autor: Marion Klötzer