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10. Februar 2012

"Wir waren enthusiastisch"

BZ-INTERVIEW mit Gare du Nord-Chefin Desirée Meiser.

Desirée Meiser ist von Anfang an dabei: Seit der Gründung zieht sie als künstlerische Leiterin die Fäden im Gare du Nord und steht für das Konzept des Zentrums für zeitgenössische Musik. Nikolaus Cybinski hat nachgefragt.

BZ: Frau Meiser, mit welchen Gedanken und Gefühlen blicken Sie auf die vergangenen zehn Jahre zurück?

Meiser: Mit freudigem Erstaunen blicke ich zurück. Und mit dem Gefühl, dass für unüberwindbar gehaltene Herausforderungen zu Episoden einer inzwischen erfolgreichen Geschichte wurden. Ich habe in den zehn Jahren gelernt, dass es weiterbringt, nicht immer darüber nachzudenken, was schwierig ist. Zehn Jahre Gare du Nord: Das ist eine Ansammlung vieler künstlerischer Höhepunkte.

BZ: Hätten Sie heute den Mut, ein derartiges Unternehmen noch einmal zu beginnen?

Meiser: Nein. Diese Erfahrung macht man einmal im Leben. Wir wussten seinerzeit nicht, was auf uns zukommt, doch wir waren enthusiastisch und hatten eine Vision, aber keine klaren Vorstellungen von der tatsächlichen Herausforderung. Heute wissen wir, was das heißt. Die Entscheidung jedoch, in diesen Räumen des Badischen Bahnhofs einen Kulturort zu etablieren, haben ich und mein Team nie bereut.

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BZ: Haben Sie den Eindruck, dass (-)Gare du Nord im Basler Musikleben unverzichtbar geworden ist?

Meiser: Für die zeitgenössische Musik auf jeden Fall. Es gibt zwar einige Orte in der Schweiz, wo die zeitgenössische Musik gepflegt und gefördert wird, doch keinen, der wie unser Bahnhof das mit so klar definiertem Programm über die ganze Spielzeit macht.

BZ: Was ist in Planung? Wird sich einiges verändern?

Meiser: Wir beginnen ja jedes Jahr von vorn mit dem Ziel, eine spannende Spielzeit zu gestalten. Groß verändern wird sich jedoch nichts. Geplant ist zum Beispiel, die Zusammenarbeit mit der Musikhochschule weiter zu intensivieren, darüber hinaus, neuen Ensembles die Möglichkeit zu geben, sich in einer Konzertreihe vorzustellen und mehr Musiktheaterproduktionen zu realisieren.

BZ: Mit welchen Gedanken und Gefühlen blicken Sie in die kommenden zehn Jahre?

Meiser: Nach den Blicken zurück nun die nach vorn. Wir erleben, dass die globalen Veränderungen vereinzelt bis auf die lokale Ebene durchschlagen. Ich hoffe, dass unser Bahnhof für Neue Musik in diesen Prozessen Bestand hat und immer bereit bleibt für das, was zu tun ist. Und dass im kommenden Jahrzehnt die Wertschätzung für unser Tun in Gestalt konstanter Weiterfinanzierung honoriert wird.

Autor: cyb