Ameisen als Sanitäter

dpa

Von dpa

Mi, 14. Februar 2018

Panorama

Insekten pflegen Artgenossen.

WÜRZBURG/MÜNCHEN (dpa). Ein Verletzter, ein Notzeichen – schon rücken Helfer an, holen das Opfer nach Hause. Afrikanische Matabele-Ameisen leben von der Jagd auf Termiten und werden oft verletzt. Die Verwundeten werden aber nicht einfach ihrem Schicksal überlassen. Vielmehr ziehen andere Ameisen los, suchen sie, schleppen sie heim, lecken ihre Wunden – und retten ihnen vielfach das Leben, wie Forscher der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) herausfanden. Ihre Erkenntnisse haben sie im Fachjournal Proceedings B veröffentlicht.

Ohne die Behandlung starben 80 Prozent der Ameisen, mit "wundärztlicher" Versorgung waren es zehn Prozent. "Wir vermuten, dass sie auf diese Weise die Wunde säubern und antimikrobielle Substanzen auftragen", sagt Forscher Erik Frank. Schwer verletzten Ameisen wird allerdings nicht geholfen. Die Entscheidung treffen nicht die Helfer, sondern die Tiere selbst: Leicht verletzte Ameisen bleiben ruhig und ziehen sogar ihre verbliebenen Beine an, um den Abtransport zu erleichtern. Schwer verletzte hingegen gebärden sich wild und schlagen um sich – bis sie zurückgelassen werden.