Becker will keine Immunität mehr

dpa

Von dpa

Di, 04. Dezember 2018

Panorama

Insolvenzverfahren verlängert.

LONDON (dpa). Ex-Tennis-Star Boris Becker (51) behauptet nicht mehr, diplomatische Immunität zu genießen. Bei einer Anhörung in Beckers Insolvenzverfahren sollte es am Montag in London auch um diesen Punkt gehen. Becker war nicht vor Gericht erschienen. Das Insolvenzverfahren gegen ihn wurde auf unbestimmte Zeit verlängert. "Becker war niemals ordnungsgemäß zu dem Gerichtstermin geladen worden", sagte sein Berliner Anwalt Christian-Oliver Moser. Außerdem sei schon länger bekannt, dass sich der 51-Jährige nicht mehr auf den Diplomatenstatus berufe. Es habe um diesen Punkt einfach zu viel Ärger gegeben.

Becker hatte zuvor behauptet, als Attaché für Sport, Kultur und humanitäre Angelegenheiten der Zentralafrikanischen Republik nicht mehr von seinen Gläubigern belangt werden zu können.

Die Insolvenzverwalter in London waren verärgert, dass Becker einen Teil seiner Trophäen aus seiner Karriere angeblich nicht aushändigte. Becker fühlte sich hingegen gedemütigt. Dutzende Erinnerungsstücke sollten online versteigert werden, darunter Socken des Ex-Weltranglistenersten. Vorübergehend konnte er dies verhindern.

Becker sieht sich als Opfer eines Kredithais. Er habe die Summe längst hinterlegt, die er einer englischen Privatbank schulde, sagte er einmal in einem Interview. Die Bank aber fordere mehr als das Doppelte, weil sie 25 Prozent Zinsen draufgeschlagen habe – das sei "weder rechtskräftig noch rechtswirksam".

Zu der Misere um seine finanziellen Verhältnisse kam auch noch die Trennung von seiner Frau Lilly nach neun Ehejahren.