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13. Oktober 2009 01:43 Uhr
Schweinegrippe
Bundeswehr soll besseren Impfstoff erhalten
Kurz vor Beginn der Massenimpfungen gegen die Schweinegrippe ist eine heftige Diskussion um die Zusatzstoffe entbrannt. Gesundheitsministerin Ulla Schmidt nannte die drei zugelassenen Präparate sicher.
Dagegen bezeichnete der Virologe Alexander Kekulé Impfstoffe mit Verstärkerstoffen als übertrieben im Kampf gegen die Schweinegrippe. Viel geeigneter sei der Impfstoff, für den sich die Bundeswehr entschieden habe, sagte er dem Radiosender MDR Info.
In der EU sind bislang drei Impfstoffe zugelassen: Pandemrix vom britischen Hersteller GlaxoSmithKline (GSK), Focetria vom Schweizer Pharmaunternehmen Novartis sowie Celvapan des US-Pharma-Herstellers Baxter. Die Bundeswehr hat den Impfstoff Celvapan des Pharma-Herstellers Baxter bestellt, der laut einem Sprecher des Bundeswehr-Sanitätsdienstes frei von bestimmten Zusatzstoffen ist und somit verträglicher.
Die Zielgruppe sind vor allem Soldaten im Auslandseinsatz, die eine Vielzahl verschiedener Impfungen brauchen. Deshalb spiele die wechselseitige Verträglichkeit der Seren eine große Rolle, sagte der Sanitätsdienst-Sprecher. "Wir sind nicht was Besseres, sondern wir sind was Anderes."
Gesundheitsministerin Schmidt sagte am Rande eines EU-Sondertreffens zur Schweinegrippe in Luxemburg, die Aufregung über eine mögliche Besserstellung von Soldaten sei mit nichts zu rechtfertigen. Sie räumte aber ein, dass auch Schwangeren ein besser verträglicher Wirkstoff empfohlen werde.
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Schwangere Frauen, Gesundheitspersonal und chronisch Kranke gehören zu den ersten Gruppen, die von Ende Oktober an gegen die Schweinegrippe geimpft werden sollen. Die Bundesländer haben für die Bürger den Impfstoff Pandemrix bestellt, der in Dresden produziert wird. Ein Sprecher der Gesundheitsministerkonferenz sagte in Erfurt, Pandemrix sei genauso gut verträglich und wirksam wie der von der Bundeswehr bestellte Stoff.
Einige Ärzte hatten vor angeblich unkalkulierbaren Nebenwirkungen bei Pandemrix und Focetria gewarnt. Der hallesche Virologe Alexander Kekulé warf den Ländern vor, den falschen Impfstoff bestellt zu haben. Der Wirkstoff für die Zivilbevölkerung enthält nach seinen Angaben ein sogenanntes Adjuvans – einen Wirkungsverstärker – mit erheblichen Nebenwirkungen, so Kekulé. Studien über einen Vergleich der Nebenwirkungen gibt es nach Angaben des Paul- Ehrlich-Instituts jedoch nicht.
Die EU-Gesundheitsminister einigten sich unterdessen auf einen Hilfsmechanismus für Mitgliedsstaaten, die einen Engpass an Impfstoffen haben. Die EU-Kommission soll demnach Gruppenbestellungen bei der Pharmaindustrie auf den Weg bringen. Nach Angaben von EU-Diplomaten haben fünf Mitgliedsstaaten Schwierigkeiten bei der Impfstoffbeschaffung, unter ihnen die drei Baltenstaaten sowie Bulgarien und Malta. Schmidt nannte es denkbar, dass Deutschland den EU-Ländern in Schwierigkeiten überzählige Impfstoffe zur Verfügung stellen könnte.
Autor: afp
