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30. Juni 2012

"Die ganze Zeit geheult"

Mitch Winehouse hat über seine Tochter Amy ein Buch verfasst, um seine Stiftung zu finanzieren.

  1. „Eigentlich lief alles in die richtige Richtung“ sagt der Vater über seine Tochter Tochter Amy Winehouse. Foto: Fotos: dpa

  2. Mitch Winehouse Foto: dpa

LONDON (dpa). Amy Winehouse war eines der größten Talente der jüngeren Musikgeschichte. Am 23. Juli 2011 starb die Soul-Röhre nach zu viel Alkohol. Ihr Vater Mitch hat jetzt das Leben seiner Tochter in einem Buch nachgezeichnet – und will mit dem Geld kranken Kindern helfen.

Mitch Winehouse schnaubt vor Wut. "Das tue ich nicht. Ich kann das nicht tun", herrscht er die jungen Damen aus der PR-Abteilung seines Verlages an. Mitch Winehouse hat mit Hilfe eines Ghostwriters ein Buch über das Leben seiner Tochter geschrieben. Und damit es seinen Hauptzweck nicht verfehlt, hat der Verlag ihm an diesem Tag gleich acht Interviewtermine hintereinander in den Terminkalender geschrieben.

Achtmal muss der 60-Jährige erzählen, dass Amy Winehouse ("Back to Black") nicht mehr drogenabhängig war, als sie im Alter von nur 27 Jahren starb. Achtmal muss er sagen, dass sie in jenem schicksalsträchtigen Juli gerade dabei war, mit dem Trinken aufzuhören, als sie rückfällig wurde und mit 4,16 Promille im Blut starb. Achtmal muss er herauspressen, dass es ihm nicht schlecht dabei ging, als er das Buch schrieb, wohl aber, als er den fertigen Entwurf las. "Plötzlich war alles wahr – ich habe die ganze Zeit geheult", gibt der gelernte Taxifahrer zu.

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Mitch Winehouse versucht gar nicht erst, das Ziel seines Schriftsteller-Debüts zu vertuschen. "Wir wollen Geld verdienen", sagt er. "Wenn das Buch nicht mindestens vier Millionen einspielt, wäre ich enttäuscht." Mit Blick auf seine Stiftung fügt er hinzu: "Wir brauchen das Geld." Winehouse hat in einer Art Reflex noch im Flugzeug von New York auf dem Weg zu seiner toten Tochter den Entschluss gefasst, eine Stiftung in ihrem Namen zu gründen. Damit will er Kinder mit "allen möglichen Arten von Krankheiten" unterstützen. Die kompletten Einnahmen aus seinem Buch sollen da hinein fließen. Amys Nachlass dagegen soll in der Familie bleiben. Für Mitch Winehouse war die Arbeit an der 256 Seiten starken Biografie auch ein Stück Vergangenheitsbewältigung. "Ich wollte einiges geradeziehen", sagt er. Mit Mythen aufräumen, etwa, dass sich Amy jemals Heroin gespritzt habe. In dem Buch zeichnet Winehouse auch die frühen Jahre seiner Tochter nach. "Im Alter von einem Jahr lernte sie laufen. Dann begann sie etwas schwierig zu werden", schreibt er. In der Schule hatte Amy ständig Zoff mit ihren Lehrern.

Als schicksalhaft bezeichnet Winehouse Amys Beziehung zu Blake Fielder-Civil, dem sie zunächst völlig verfallen sei und den sie 2007 in den USA heiratete. Amy habe bis dahin harte Drogen abgelehnt, er habe sie dazu gebracht, sie dennoch zu nehmen. Später trennte sich Amy Winehouse von ihrem Mann – zu spät in den Augen ihres Vaters.

Autor: dpa


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