New Orleans

Ei explodiert in Mund von Restaurantbesucher

dpa

Von dpa

Do, 07. Dezember 2017

Panorama

Restaurantbesucher in den USA erlebt eine Überraschung.

NEW ORLEANS (dpa). Es ist unwahrscheinlich, dass ein explodierendes Ei einen Hörschaden verursacht. Zu dieser Erkenntnis kamen Experten der Amerikanischen Akustik-Gesellschaft nach einer bizarr anmutenden Versuchsreihe. Dabei erhitzten die Forscher fast 100 hartgekochte, geschälte Eier im Wasserbad drei Minuten lang in der Mikrowelle. Damit im Falle einer Explosion die Fetzen nicht durch die Gegend fliegen, steckten sie die Versuchseier jeweils in eine weiße Socke.

Die seltsame Untersuchung war nötig geworden, nachdem einem Restaurantbesucher ein Ei im Mund explodiert war. Das hartgekochte Ei war zuvor in einer Mikrowelle nochmals erwärmt worden. Der Gast gab in einem Rechtsstreit an, durch die Explosion nicht nur Verbrennungen, sondern auch Hörschäden davongetragen zu haben. Akustikexperten sollten nun untersuchen, warum ein in der Mikrowelle erwärmtes Ei explodiert und welche Folgen das haben kann.

Dabei überstanden 30 Prozent der Eier unversehrt die Prozedur, explodierten aber, wenn man mit einem scharfen Gegenstand in sie hineinpikste. "In 30 Zentimeter Entfernung entstanden Schallwellen-Spitzen von 86 bis 133 Dezibel", sagte einer der Forscher. Zum Vergleich: Ein Düsenjet in 15 Meter Entfernung erreicht Werte von 120 Dezibel.

Grund für die Explosion könnte sein, dass sich durch die Mikrowellen die Protein-Matrix des Dotters festigt und darin winzige Wassertaschen eingeschlossen werden. Dieses Wasser erhitzt sich dann über die normale Kochtemperatur hinaus. Steche dann jemand ins Ei hinein, werden die Taschen zerstört, und es kommt es zu einer explosionsartigen Kettenreaktion. Ob das explodierte Ei aber tatsächlich zu einem Hörschaden führte, halten die Forscher für fraglich. "Statistisch gesehen, ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein explodierendes Ei das Gehör von jemandem schädigt, eher gering."