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17. Juli 2017

100 Jahre Windsor

Familienname wegen des Weltkriegs geändert

Englisches Königshaus heißt erst seit 100 Jahren Windsor.

LONDON (adi). Aus Saxe-Coburg and Gotha wurde Windsor: Am 17. Juli vor 100 Jahren änderte der britische König Georg V. den Familiennamen seiner Dynastie. Aufgrund der Spannungen, die die britische Gesellschaft im Weltkriegsjahr 1917 an den Rand der Spaltung brachten, war der Akt solch symbolischer Distanzierung vom deutschen Kriegsgegner dringend geboten. "A Good Riddance" – ein Glück, dass wir das los sind, kommentierte das Satireblatt Punch die Entscheidung in einer Karikatur. Ihre Geschichte konnten die Royals gleichwohl nicht abschütteln. Georg V. und der deutsche Kaiser Wilhelm II. waren Cousins – beide Enkel von Queen Victoria, jener Monarchin, die durch Heirat mit Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha 1840 der Familie den anglisierten Namen des kleinen Duodezfürstentums in der Mitte Deutschlands bescherte. Deren Familie wiederum, die seit 1714 die Könige Großbritanniens stellte, hieß bis dahin Hannover – eine jüngere Linie des Welfengeschlechts. Die Verwandtschaft der europäischen Königshäuser hatte vielen als Friedensgarantie gegolten. Und tatsächlich: Der Freiburger Historiker Franz-Josef Brüggemeier beschreibt in seiner "Geschichte Großbritanniens im 20. Jahrhundert", wie die britische Öffentlichkeit den Auftritt Wilhelms II. bei der Beerdigung seiner Großmutter Victoria 1901 positiv würdigte. Trotz großer Spannungen wäre ein Ausgleich damals möglich gewesen. Es kam anders. Weshalb auch eine andere deutschstämmige Dynastie 1917 ihren Namen änderte: Aus Battenberg wurde Mountbatten. Mountbatten-Windsor lautet der Nachname der Nachkommen von Königin Elizabeth II. – ihr Mann Philip ist Sohn einer Battenberg.

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Autor: adi