Gehirnvolumen bei Fettleibigkeit kann schrumpfen

dpa

Von dpa

Fr, 11. Januar 2019

Panorama

Studie britischer Forscher.

LOUGHBOROUGH (dpa). Bei Menschen mit starkem Übergewicht kann das Gehirn in bestimmten Bereichen geschrumpft sein. Das berichten britische Forscher in der Online-Ausgabe des Fachmagazins Neurology. Sie zeigten in ihrer Studie, dass der Effekt vor allem bei Menschen festzustellen ist, die um die Körpermitte viel Fett ansammeln. Es sei allerdings bisher unklar, ob das Übergewicht die Hirnveränderungen auslöse – oder ein verändertes Gehirn die Entstehung von Übergewicht begünstige.

Die Forscher um den Sportmediziner Mark Hamer von der Loughborough-Universität untersuchten, wie sich Übergewicht speziell auf die so genannte Graue Substanz im Hirn auswirkt. Diese "Substantia grisea" setzt sich vor allem aus Nervenzellkörpern zusammen und ist eine wesentliche Komponente des Zentralnervensystems. Im Gegensatz dazu besteht die Weiße Substanz aus Nervenfasern, welche die verschiedenen Areale des Hirns miteinander verbinden.

Für die Studie werteten die Forscher Daten von 9652 Menschen mit einem Durchschnittsalter von 55 Jahren aus. Sie ermittelten den Body-Mass-Index (BMI) der Teilnehmer, also das Verhältnis ihres Körpergewichts zur Körpergröße. Von den Teilnehmern galten knapp 19 Prozent als adipös – sie hatten einen BMI von 30 und mehr. Das zentrale Ergebnis: Menschen, die sowohl einen hohen BMI als auch einen hohen Taille-Hüfte-Quotienten (THQ) hatten, verfügten über ein geringeres Volumen an Grauer Substanz als diejenigen mit einem normalen THQ. Konkret stellten die Wissenschaftler fest, dass die 1291 Teilnehmer mit einem hohen BMI und einem hohen THQ mit durchschnittlich 786 Kubikzentimetern das geringste Volumen an Grauer Substanz aufwiesen.