Geldstrafe nach Anstiftung zu Sex auf Friedhof

dpa

Von dpa

Do, 24. Januar 2019

Panorama

Strafbefehl am Ende akzeptiert.

ANSBACH (dpa). Auf dem städtischen Friedhof inmitten der mittelalterlichen Kulisse der ehemaligen Reichsstadt Rothenburg ob der Tauber sollte für zwei junge Frauen und drei Männer ein feucht-fröhlicher Abend zu Ende gehen. Doch die Party mit Tanz, Musik und reichlich Alkohol eskaliert und landet schließlich vor dem Amtsgericht Ansbach – wegen Störung der Totenruhe.

Angeklagt ist eine 25-Jährige, weil sie laut Staatsanwaltschaft ihre Rivalin zum Sex auf einem Grabstein mit einem der Männer angestiftet oder sogar genötigt haben soll. Nach der Rückkehr vom Friedhof feiert die Clique bei einem der Männer zu Hause weiter. Dort kommt es zu einem weiteren Geschlechtsakt zwischen dem 24-Jährigen und der 18-Jährigen, den die junge Frau am Morgen danach als Vergewaltigung bei der Polizei anzeigt. Die 25-Jährige und der Mann werden festgenommen und bleiben drei Monate in Untersuchungshaft. Für eine Anklage wegen einer Sexualstraftat aber reichen die Beweise nicht aus. Für die Staatsanwaltschaft jedoch sind sie ausreichend für zwei Strafbefehle in Höhe von 90 Tagessätzen zu je 10 Euro wegen Störung der Totenruhe. Der 24-Jährige akzeptiert diesen gleich, während die 25-Jährige zunächst Einspruch einlegt.

Um sich ein mehrtägiges Verfahren zu ersparen, nimmt sie den Strafbefehl zu Prozessbeginn am Mittwoch in Ansbach dann doch an. "Dies wäre über die Kräfte meiner Mandantin gegangen, die die Sache abschließen wollte", erklärt Verteidiger Klaus-Harald Bukow.