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02. Februar 2012 13:07 Uhr

Über 70 Tote bei Fußballspiel

Hat Ägyptens Militär die Fans bewusst gewähren lassen?

Beim Fußballspiel Al-Masri gegen Al-Ahly in Port Said hat es über 70 Tote und 1000 Verletzte gegeben. Ägyptens Opposition unterstellt dem Militär, bewusst nicht eingegriffen zu haben, um aus dem Chaos politischen Nutzen zu ziehen.

Bei dem Spiel in Port Said am Mittwoch stürmten Zuschauer den Platz und machten nach dem 3:1 -Sieg der Heimmannschaft Al-Masri Jagd auf Spieler und Anhänger von Al-Ahly.

Ausschreitungen gewaltbereiter Fangruppen untereinander oder mit der Polizei sind in ägyptischen Stadien Woche für Woche an der Tagesordnung. Aber solche Gewaltexzesse und so viele Tote wie nach dem Fußballspiel in Port Said hat es bislang nicht gegeben.

Viele Ägypter glauben deshalb nicht an eine zufällige Eskalation im Stadion. Die Opposition attackierte das Militär scharf. Die Bewegung des 6. April, die mit ihren Massenprotesten vor einem Jahr den Sturz Mubaraks herbeigeführt hatte, machte die herrschenden Generäle für das Blutvergießen verantwortlich. Sie verursachten Chaos, um die Ägypter davon zu überzeugen, dass das Land ohne den Militärrat nicht zu regieren sei. Eigentlich ist vorgesehen, dass die Generäle um Feldmarschall Mohammed Hussein Tantawi die Macht bis Ende Juni an einen neu gewählten Präsidenten abgeben.

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Andere machen bezahlte Schlägerbanden des früheren Regimes von Machthaber Husni Mubarak für den Ausbruch der Gewalt verantwortlich. Ziel sei es, die Revolution zu diskreditieren und den demokratischen Wandel zu stoppen.

Ein für die öffentliche Sicherheit zuständiger Militärvertreter, Ahmed Gamal, wies in der Tageszeitung "Al-Tahrir" jegliche Schuld zurück. Es habe einen guten Sicherheitsplan bei dem Fußballspiel gegeben, sagte er. Doch der Gewaltausbruch nach Abpfiff sei nicht mehr einzudämmen gewesen.

Das neu gewählte ägyptische Parlament trat wegen der Vorfälle am Donnerstag in Kairo zu einer Krisensitzung zusammen. Der herrschende Militärrat verhängte drei Tage nationale Trauer.



Die Vorgeschichte: