HINTERGRUND

AFP

Von AFP

Sa, 24. November 2018

Panorama

Indische Polizei bezieht Stellung um die Insel

Nach der Tötung eines US-Bürgers durch Ureinwohner auf den indischen Andamanen-Inseln hat die indische Polizei am Freitag mit verstärkten Kräften Position nahe der Insel North Sentinel bezogen. "Um ein besseres und klareres Bild zu bekommen, wird ein weiteres Polizeiteam in die Gewässer von North Sentinel entsandt", sagte der Polizeichef der Andamanen, Dependra Pathak. North Sentinel gehört zu den indischen Andamanen und liegt etwa 50 Kilometer westlich von Port Blair, der Hauptstadt des Archipels im Indischen Ozean. Mit einer Fläche von rund 75 Quadratkilometern ist die Insel nur etwa ein Zwölftel so groß wie Berlin. Die noch lebenden Sentinelesen zählen zu den letzten sogenannten unkontaktierten Völkern. Sie wollen nichts mit der Außenwelt zu tun haben, Fremde müssen fünf Kilometer Abstand zu ihren Gebieten einhalten. Der 27-jährige John Allen Chau wollte das Inselvolk offenbar zum Christentum bekehren. Nach indischen Behördenangaben bestach er in der vergangenen Woche Fischer, um ihn in die Nähe der Insel zu bringen, und fuhr dann per Kajak an Land. Die Ureinwohner töteten Chau daraufhin mit Pfeilen. Um Chaus Leiche oder den Ort seines Todes zu orten, hatte die indische Polizei bereits ein Schiff und einen Hubschrauber entsandt. Zwar wurde offiziell ein Mordfall registriert; Experten sehen keine Möglichkeit, dass die Behörden rechtlich gegen den Stamm vorgehen können. Da die Behörden darauf verweisen, dass die Ureinwohner nicht gestört werden dürfen, ist unklar, ob die Leiche jemals geborgen werden kann.