Kein Interesse mehr an Geistern

André Anwar

Von André Anwar

Sa, 15. September 2018

Panorama

Norwegens Prinzessin schließt umstrittene Engelsschule.

OSLO/STOCKHOLM (anwa). Norwegens Prinzessin Märtha Louise (46) hat das Interesse an Geisterbeschwörungen verloren. Ihre von den Untertanen belächelte Engelsschule soll im Mai 2019 für immer die Pforten schließen, kündigte sie am Freitag an. Als sie 2007 zusammen mit ihrer Freundin Elisabeth Nordeng das Ausbildungszentrum für Hellseher und Heilpraktiker gründete, löste sie einen Tumult im Königreich aus. Die Prinzessin warb bei der Eröffnung unter anderem damit, dass sie Engel sehen könne. Später verriet sie zudem, dass sie dort auch mit Toten kommuniziere.

Während Anhänger des Übernatürlichen die Prinzessin lobten, protestierten Vertreter der norwegischen Kirche heftig. Die Prinzessin verstoße gegen den christlichen Glauben, für den das norwegische Königshaus stehe. Zeitungen beschimpften die Prinzessin als Schwindlerin, die unverzüglich ihren Titel abgeben müsse. Märtha Louise machte lange Zeit unbeirrt weiter. Doch nun soll Schluss damit sein. Ab kommenden Sommer wird die Engelsschule für immer ihre Pforten schließen, berichtete die norwegische Presse am Freitag. Es seien Energien entstanden, die die beiden Schulgründerinnen nun in unterschiedliche Richtungen lenkten, so die Prinzessin. Laut dem Wirtschaftsblatt Dagens Naeringliv hat die königliche Engelsschule im vergangenen Jahr immerhin einen Umsatz von umgerechnet 350 000 Euro erwirtschaftet.

Nach Schließung der königlichen Engelsschule will sich die Prinzessin einem anderen Hobby widmen und ihren Untertanen auf ihrem Youtube-Kanal "Hest360" alles beibringen, was man über Pferde lernen kann.