Installation von Stefan Strumbel

Kirche soll Kondome dulden

Maria-Xenia Hardt

Von Maria-Xenia Hardt

Do, 01. Dezember 2011

Panorama

Aktion von Jugend gegen Aids.

FREIBURG. Zum Weltaidstag hat der Verein Jugend gegen Aids in Hamburg eine Marienstatue aufgestellt, die in ihren Tränen ertrinkt. Gesteuert wird ihr Tränenfluss über das Internet. Immer wenn bei Facebook auf "Gefällt mir" geklickt wird, vergießt die vom Offenburger Künstler Stefan Strumbel gestaltete Maria eine Träne. Sie steht in einem wasserdichten Zylinder, der Wasserpegel steigt mit jedem Klick. Der Verein will mit der Aktion auf die Haltung der katholischen Kirche zu Kondomen aufmerksam machen.

Das Abbild der Mutter Gottes steht schon bis zu den Knien im Wasser. Bei ungefähr 15 000 Unterstützern würde Maria absaufen, derzeit sind es knapp 4000 Menschen, die die Aktion unterstützt haben. "Wir wollen erreichen, dass die Gesellschaft wieder darüber redet", sagt Vorstandsmitglied Frederic Rupprecht.

Man wolle jedoch keinesfalls nur gegen die Kirche schimpfen und habe bewusst den Künstler Stefan Strumbel engagiert, der einen respektvollen Umgang mit christlicher Symbolik sicherstellen sollte. Strumbel war es ein persönliches Anliegen, sich in dieser Art und Weise für den Kampf gegen Aids zu engagieren: "Dieses Thema kann gar nicht genug Aufmerksamkeit bekommen. Ich wollte versuchen, mit einer klaren und starken Botschaft wachzurütteln, damit die Menschen stehen bleiben, innehalten und darüber nachdenken."

Ob die Aktion wirklich allzu großen Druck auf die Kirche ausübt, ist fraglich. "Setz’ ein Zeichen, das die Kirche nicht ignorieren kann", damit wirbt Jugend gegen Aids. Bisher tut die Kirche aber genau das: Sie ignoriert das Zeichen. Links zur Aktionsseite wurden von katholischen Seiten wieder gelöscht, eine Stellungnahme gibt es noch nicht.

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