Auktionen

Millionen kommen unter den Hammer

Jonas Hirt und dpa

Von Jonas Hirt & dpa

Do, 15. November 2018 um 20:30 Uhr

Panorama

Bei Auktionen von Trüffeln, königlichem Schmuck, Rollstühlen und Mondsteinen geht es um hohe Summen.

FREIBURG. Mehr als 28 Millionen Euro hat ein Privatsammler für einen Diamantenanhänger gezahlt. Der hing früher um den Hals der französischen Königin Marie-Antoinette. Für königlichen Schmuck hat noch nie jemand so viel gezahlt. Zumindest rekordverdächtig klingen auch 85 000 Euro für einen Trüffelpilz und sechsstellige Summen für einen Rollstuhl und winzig kleine Steine. Eine kleine Übersicht über teuer versteigerte Gegenstände.

Weißer Trüffel
"Das teuerste Lebensmittel der Welt", titelte die Süddeutsche Zeitung auf Instagram. Für einen weißen Trüffel bot ein Chinese 85 000 Euro und ersteigerte das 850 Gramm schwere Exemplar bei einer Auktion am Sonntag im italienischen Alba. 2010 hatte ebenfalls ein Chinese fast 400 000 Euro für einen 1,3 Kilogramm schweren Trüffel gezahlt.

In Deutschland gebe es aufgrund der Wachstumsbedingungen nur schwarze Exemplare, sagt Ludger Sproll. Zusammen mit Ulrich Stobbe legte er Trüffelhaine in Deutschland an, zunächst auf Versuchsflächen. Eine davon richteten die beiden 2012 in Freiburg ein. Hierfür hatten sie sie eine Ausnahmegenehmigung vom Regierungspräsidium erhalten. Mittlerweile haben sie die Produktion an den Bodensee verlegt. Sie züchten hauptsächlich Burgunder- und Perigord-Trüffel. Die ersten Knollen gibt es schon, nächstes Jahr sollen die Pilze geerntet werden. Die schwarzen Varianten sind nicht so teuer wie die italienischen Exemplare. Aber sie können ein ähnliches Gewicht auf die Waage bringen. "Den schwersten Trüffel, den wir gefunden haben, hatte 611 Gramm", sagt Sproll. Versteigert wird das Exemplar aber nicht.

Mondsteine und
Gedenkplatte
Auch kleine Dinge könnten einen hohen Wert haben: Die angeblich einzigen Mondsteine in privater Hand könnten bei einer Auktion in New York bis zu eine Million Dollar (etwa 900 000 Euro) bringen. Die drei winzigen Steine seien 1970 von der unbemannten russischen Luna-16-Mission zur Erde gebracht worden, teilte das Auktionshaus Sotheby’s mit. Am 29. November sollen sie in New York auf den Auktionsblock kommen.

Anfang November brachte die Versteigerung eines Teils der Sammlung des legendären US-Astronauten Neil Armstrong 5,2 Millionen Euro ein. Mit 468 500 Dollar erzielte eine Gedenkplakette in Erinnerung an die erste Mondlandung den höchsten Preis.

Diamantenanhänger
Laut Auktionshaus Sotheby’s ist es ein Rekord: "Hier wurde ein neuer Maßstab für den Verkauf von königlichen und adeligen Juwelen gesetzt", sagte der Experte des Hauses David Bennett. Ein Diamantenanhänger mit einer Naturperle aus dem Besitz der einstigen französischen Königin Marie-Antoinette (1755-1793) hat in Genf den Besitzer gewechselt. Marie-Antoinette und ihr Mann Ludwig XVI. waren während der Französischen Revolution mit dem Fallbeil hingerichtet worden. Ein europäischer Privatsammler erhielt für 28,1 Millionen Euro den Zuschlag. Inklusive Gebühren muss er fast 32 Millionen Euro zahlen. Zuvor hatten sich Bieter einen 14-minütigen Wettstreit geliefert. Der Schätzpreis von höchstens 1,8 Millionen Euro wurde somit um ein Vielfaches überboten.

Rollstuhl und Doktorarbeit
Ein alter Rollstuhl des Physik-Genies Stephen Hawking hat bei einer Auktion fast das 20-fache seines Schätzpreises eingebracht. Das motorisierte Gefährt mit rotem Leder wurde für 296 750 britische Pfund (rund 340 000 Euro) in London ersteigert. Eine Kopie seiner Doktorarbeit aus dem Jahr 1965 ging sogar für 584 750 Pfund (rund 670 000 Euro) an einen Bieter, wie das Auktionshaus Christie’s auf seiner Website mitteilte. Unter den virtuellen Hammer der Online-Auktion kamen weitere Gegenstände des Genies: Hawkings Medaillen, eine von ihm getragene Bomberjacke und ein Skript für die Zeichentrickserie The Simpsons, in der der Astrophysiker auftrat.