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12. August 2013

Mainzer Chaos

Personalwechsel bei der Bahn

Nach dem Chaos am Mainzer Hauptbahnhof zieht die Deutsche Bahn Konsequenzen: Der Produktionsvorstand der Bahntochter DB Netz, Hansjörg Hess, muss gehen.

MAINZ/BERLIN (dpa). Dies bestätigten gut informierte Kreise am Sonntag. Außerdem will die Bahn Mitarbeiter bitten, freiwillig ihren Urlaub zu unterbrechen, um die Lage in Mainz zu entspannen. Es bestehe aber kein Zwang, sagte ein Unternehmenssprecher in Berlin. Denkbar sei auch, Fahrdienstleiter aus anderen Bereichen zu schulen, damit sie in personell ausgedünnten Stellwerken aushelfen könnten.

Die Stuttgarter Zeitung hatte berichtet, die Ablösung von Hess sei schon länger geplant gewesen, die Ereignisse in Mainz hätten sie aber beschleunigt. Am Mainzer Hauptbahnhof gibt es seit rund einer Woche Einschränkungen, weil fast die Hälfte der 15 Fahrdienstleiter in Urlaub oder krank ist. Die Lage wird von Montag an noch schwieriger: Die Einschränkungen gelten nun nicht mehr nur abends und nachts, sondern ganztags und treffen Tausende Pendler im Rhein-Main-Gebiet. Für Regionalzüge bietet die Bahn nur einen Stunden- statt Halbstundentakt an. Nur noch wenige Fernzüge halten im Hauptbahnhof.

Bahn-Aufsichtsratsmitglied Patrick Döring forderte in der Bild-Zeitung, dass die Bahn umgehend Fahrdienstleiter zurückholen solle. Aus dem Bundesverkehrsministerium hieß es: "Diese Situation ist nicht hinnehmbar." Das Problem müsse zügig behoben werden. Der Chef des Bundestags-Verkehrsausschusses, Anton Hofreiter (Grüne), kritisierte in der Rheinischen Post massive Sparmaßnahmen bei der Bahn.

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Autor: dpa-avis