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03. Februar 2012
Prinzessin will nicht mehr
Charlotte Casiraghi rebelliert, gibt ihrem Freund den Laufpass und zitiert Paparazzi vor den Richter.
PARIS. Wenn eine zur Prinzessin taugt, dann sie. Alles, was so ein Männerträume befeuerndes Geschöpf auszeichnet – Charlotte Casiraghi hat es. Sie ist blauen Blutes, jung, schön, reich. Als Tochter der Prinzessin Caroline von Monaco, Nichte des über das Steuerparadies gebietenden Fürsten Albert und Enkelin der Hollywoodprinzessin Grace Kelly hatte Charlotte schon bei der Geburt ausgesorgt. Aber jetzt hadert die 25-Jährige mit ihrem Prinzessinnen-Dasein.
Nicht einmal das Argument, dass sie nach Mutter Caroline, Tante Stéphanie und Bruder Andrea in der Thronfolge an vierter Stelle steht, zieht noch. Jahrelang hatte sich die passionierte Turnierreiterin an den ihr vorgezeichneten Parcours gehalten. Alles in ihrem Leben schien aufs Vortrefflichste arrangiert. Sie bestand das Abitur mit Prädikat "sehr gut"; sie beehrte die Wohltätigkeitsveranstaltungen der Fürstenfamilie; sie fand einen adäquaten Partner. Alex Dellal, britischer Galerist, wurde 2007 in den Rang des offiziellen Boyfriend erhoben. Die Verlobung des Paares, so wurde bei der Hochzeit von Fürst Albert und Charlene Wittstock getuschelt, stehe kurz bevor.Werbung
Aber jetzt bricht die so Wohlbehütete, so Wohlerzogene aus. Wie die gewöhnlich gut unterrichteten Klatschmagazine Closer, Voici und Paris Match übereinstimmend berichten, hat sie dem Prinzgemahl in spe den Laufpass gegeben und sich Hals über Kopf in eine Amour fou gestürzt. Der 40-jährige Gad Elmaleh, französischer Komiker und von Woody Allen oder auch Steven Spielberg verpflichteter Filmschauspieler, soll der Mann ihrer Träume sein.
Fest entschlossen, sich von nichts und niemandem mehr einschüchtern zu lassen, geht sie auch gleich gegen die Paparazzi vor, die ihr in großer Zahl nachstellen. Der Hinweis, dass sie keine Prinzessin sei und als Madame Casiraghi wie jede Bürgerin Anrecht auf ein Privatleben habe, hatte die Verfolger wenig beeindruckt. Als die Monegassin kürzlich Elmalehs Pariser Wohnung verließ, drängten sich vor der Haustür die Fotografen. Die Fahrt nach Hause geriet zum Verfolgungsrennen.
Aber Casiraghi hat zurückgeschlagen. Filmstars wie Catherine Deneuve, Isabelle Adjani oder Sophie Marceau mögen Aufdringlichkeiten der Klatschpresse vor Zivilgerichten ahnden, die Voyeure mit millionenschweren Schadensersatzforderungen überziehen. Casiraghi will mehr. Sie möchte die Paparazzi im Gefängnis sehen.
Ihr Anwalt, Alain Tucas, hat Strafanzeige wegen Körperverletzung erstattet. Er verweist auf einen Präzedenzfall – Lady Di kam 1997 in Paris auf der Flucht vor Fotografen bei einem Autounfall ums Leben. Tucas will, dass seiner Mandantin "Dianas Schicksal erspart bleibt". Um die Strafrichter zu überzeugen, müsste Casiraghi allerdings darlegen, dass die Verfolgung ihr körperlich zusetzt, sie seelisch schmerzt. Das heißt, sie müsste in öffentlicher Verhandlung tun, was sie gerade vermeiden will: ihr Innerstes nach außen kehren.
Auch dürften die Fotografen ihr vorhalten, dass sie die Öffentlichkeit, die sie angeblich scheut, oft genug selbst gesucht hat. Zuletzt zierte sie im September das Cover der französischen Vogue. Der Starfotograf Mario Testino hatte Casiraghi im Heftinneren als Unschuldsengel, Rockstar oder auch Femme fatale in Abendrobe abgelichtet. Nur einmal sagte sie nein: Als der Fotograf sie als Prinzessin herausputzen wollte.
Autor: Axel Veiel
