Sizilien

Schön und gefährlich: Vulkan Ätna ist besonders aktiv

Julius Müller-Meiningen

Von Julius Müller-Meiningen

Di, 21. März 2017 um 00:00 Uhr

Panorama

Der Vulkan Ätna auf Sizilien ist derzeit besonders aktiv. Vorübergehend musste der Flugverkehr eingestellt werden. Ende Mai soll in der Nähe der G-7-Gipfel stattfinden.

Die Webcam der Seilbahn auf dem mit 3323 Meter höchsten aktiven Vulkan Europas zeigte am Montag beinahe idyllische Bilder. Blauer Frühlingshimmel, weiße über den Krater dahinziehende Wolken. Nur die graue Schicht auf dem schmelzenden Schnee deutete noch auf die aufregenden Tage hin, die der Ätna auf Sizilien seinen Besuchern und Anwohnern in den vergangenen Tagen bescherte. Erst vor Tagen wurde eine Gruppe von Touristen und Wissenschaftler von einer Explosion überrascht, zehn Menschen wurden leicht verletzt. Die dramatischen Aufnahmen einer britischen BBC-Journalistin gingen um die Welt. Das Zusammentreffen von Lava und Schnee löste die Explosion aus.

Am Freitag und Samstag musste auch der internationale Flughafen von Catania, der unterhalb des Vulkans liegenden Stadt geschlossen werden. Die Aschewolke hatte den Flugverkehr beeinträchtigt, mehrere Flüge wurden gestrichen oder umgeleitet. Inzwischen scheint die Ruhe zurückgekehrt. "Keiner meiner Feriengäste hat seinen Aufenthalt verkürzt oder die Reservierung storniert", berichtet die Eigentümerin des an den Ausläufern des Vulkans liegenden Bed & Breakfast "Etna Inn". Auch auf der auf 2500 Metern Höhe gelegenen Bergstation der Ätna-Seilbahn, die in der Vergangenheit immer wieder bei Ausbrüchen beschädigt oder zerstört wurde, herrscht Alltag. "Alles wieder regulär", bestätigt Mitarbeiterin Adriana am Telefon. Der Lavastrom am Südostkrater sei wohl zum Erliegen gekommen.

Der Ätna, der die meiste Zeit des Jahres wegen seiner Rauchwolke ein beliebtes Postkartenmotiv ist, gilt als einer der aktivsten Vulkane der Welt. Seit Ende Februar zeigt er sich wieder besonders aktiv. Ende Mai soll am Fuß des Vulkans in Taormina der G-7-Gipfel der führenden Industrienationen der Welt stattfinden. Auch US-Präsident Donald Trump wird dazu erstmals in Europa erwartet.