Schweinepest in Belgien

dpa

Von dpa

Sa, 15. September 2018

Panorama

Virus kann für Tiere gefährlich werden / Es drohen Exportstopps.

BERLIN/BRÜSSEL (dpa). Die Afrikanische Schweinepest ist in Westeuropa angekommen. Nach Angaben belgischer Behörden wurden die Erreger in zwei toten Wildschweinen nachgewiesen – nur 60 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Sie seien in der Gemeinde Étalle in der belgischen Region Wallonie entdeckt worden. Die Behörden warnten vor negativen Auswirkungen auf die Tierhaltung.

Der erste Nachweis in Westeuropa weitab von den bisherigen Ausbruchsherden lasse vermuten, dass der Erreger durch den Menschen eingeschleppt wurde, sagte eine Sprecherin des Friedrich-Loeffler-Instituts. Das kann durch ein an einem Rastplatz weggeworfenes Wurstbrot passieren, das Wildschweine fressen. Bisher gibt es noch keinen Fall in Deutschland, doch mit der Zunahme der Infektionen in Europa wächst das Risiko.

Die Afrikanische Schweinepest ist eine Virusinfektion, die ausschließlich Wild- und Hausschweine befällt und für sie tödlich sein kann. Für den Menschen und andere Tiere ist das Virus hingegen ungefährlich. Der Erreger kann durch direkten Kontakt zwischen Tieren oder durch infizierte Speisereste übertragen werden. Eine Schutzimpfung gegen das Virus gibt es bisher nicht.

"Die Schweinehalter in Deutschland sind alarmiert und äußerst besorgt", sagte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied. Schon beim ersten Nachweis in Deutschland – egal ob bei Wild- oder Hausschweinen – kann der Export von Schweinefleisch nach früheren Angaben des Bauernverbands in Länder außerhalb der EU zum Erliegen kommen. Der Deutsche Jagdverband (DJV) forderte die Sicherheitsmaßnahmen insbesondere an Parkplätzen, Bahnhöfen oder Grenzübergängen entlang von Transitstrecken dringend zu verbessern. Dazu gehörten verschlossene Abfallbehälter ebenso wie Zäune.

Bundesregierung sieht sich gerüstet

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) sagte, sie nehme die Situation ernst. Ihr Ministerium stehe in ständigem Austausch mit den belgischen Behörden und der EU-Kommission. Die Bundesregierung sieht sich nach dem ersten Fall der Afrikanischen Schweinepest nahe der deutschen Grenze gegen einen Ausbruch der Seuche gerüstet. Es gebe "rechtliche Instrumente", um reagieren zu können, sagte eine Sprecherin am Freitag in Berlin. Dazu gehörten unter anderem Pufferzonen oder auch Gebiete mit Jagdruhen, damit infizierte Wildschweine nicht daraus weggescheucht werden. Einen Importstopp von Schweinefleisch aus Belgien gebe es bislang nicht.

Seit Jahresbeginn wurden nach jüngsten FLI-Angaben in Europa bereits über 5000 Fälle von Afrikanischer Schweinepest nachgewiesen, davon mehr als 1120 in Hausschweinbeständen. Betroffen waren bislang das Baltikum, Polen, die Tschechische Republik, Ungarn, Rumänien, Bulgarien und die Ukraine.