Stürme erreichen Küsten

dpa

Von dpa

Sa, 15. September 2018

Panorama

Mindestens zwei Menschen sterben durch Hurrikan in USA / Verwüstungen in Philippinen erwartet.

WASHINGTON/MANILA (dpa/AFP). Am Freitag zog der Hurrikan Florence mit sintflutartigen Regenfälle über North Carolina her und forderte erste Todesopfer. Die Menschen auf den Philippinen sehen sich Mangkhut ausgesetzt, dem stärksten Taifun des Jahres.

Nach dem Sturz eines Baumes auf ein Wohnhaus in der US-Stadt Wilmington (North Carolina) starben eine Frau und ihr Kleinkind, teilte die Polizei mit. Der Vater des Kindes wurde mit erheblichen Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht. Die New York Times berichtete am Abend (MEZ) von zwei weiteren Toten. Der Wirbelsturm Florence war am Freitagmorgen (Ortszeit) in der Nähe von Wilmington auf Land getroffen und führt neben starkem Wind erhebliche Wassermassen mit sich.

Flüsse traten über die Ufer, Uferstraßen wurden überspült. Experten warnen vor tagelangen heftigen Regenfällen. Einsatzkräfte rückten aus, um Menschen aus überfluteten Häusern zu retten. Mehr als 400 000 Menschen in North und South Carolina seien ohne Strom, berichtete CNN. Mehr als 1300 Flüge wurden laut dem Sender an der Ostküste gestrichen.

Der Sturm traf mit Windgeschwindigkeiten von 150 Kilometern pro Stunde auf die Küste. Florence hatte sich über dem Atlantik zwischenzeitlich zu einem Hurrikan der Stärke vier entwickelt, sich aber nach und nach zu einem Hurrikan der niedrigsten Stufe eins abgeschwächt. Gefährlich blieb er dennoch. Problematisch sei vor allem, dass sich Florence sehr langsam bewege und enorme Wassermassen in die Küstengebiete trage, sagte der Direktor des Nationalen Hurrikan-Zentrums in Miami, Ken Graham. Experten rechnen damit, dass sich die Wasserlast des Sturms bis zu vier Tage lang über das Land ergießt. Fünf Millionen Menschen im Südosten der USA könnten von Überschwemmungen betroffen sein.

Die Philippinen trafen bereits die Vorboten von Taifun Mangkhut hart. In manchen Provinzen fiel der Strom aus. Der Schiffsverkehr wurde eingestellt, mehr als 4500 Passagiere strandeten in Häfen der Inselgruppe im Westpazifik. Tausende Bewohner fliehen aus den Küstengebieten vor Mangkhut, der am Samstagmorgen mit Spitzenwindgeschwindigkeiten von bis zu 255 Kilometer pro Stunde die Küste erreichen wird. Der bislang stärkste Taifun dieses Jahres wird zerstörerischer sein als Florence. Meteorologen erwarten, dass er über die Philippinen hinwegfegen wird, bevor er Kurs auf die stark besiedelte Südküste Chinas nimmt. Es drohen heftige Regenfälle, Sturmfluten, Überschwemmungen und Erdrutsche. Bis zu vier Stockwerke hohe Flutwellen könnten die Küste treffen, sagte Michael Conag vom Katastrophenschutz.

Die Behörden forderten 800 000 Menschen auf, sich vor dem Sturm in Sicherheit zu bringen. Am Freitagmorgen hielten sich jedoch erst 9000 Menschen in Notunterkünften auf. Mindestens 5,2 Millionen werden nach Schätzungen des Katastrophenschutzes von den Auswirkungen Mangkhuts betroffen sein – sie leben direkt auf dem vorhergesagten Weg des Taifuns. Das Rote Kreuz geht sogar von zehn Millionen Menschen aus.