Tumulte nach Urteil gegen Bergbaufirma

dpa

Von dpa

Do, 12. Juli 2018

Panorama

Prozess um das Grubenunglück von 2014 in der Türkei.

ISTANBUL (dpa). Mehr als vier Jahre nach einem schweren Grubenunglück im westtürkischen Soma mit mehr als 300 Toten hat ein Gericht einige Angeklagte zu Haftstrafen verurteilt. Der Führungsriege der Bergbaufirma wurde vorgeworfen, aus Profitgier Sicherheitsmaßnahmen vernachlässigt zu haben. Der Geschäftsführer soll nun für 15 Jahre ins Gefängnis, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete. Der Direktor des Bergwerks wurde zu mehr als 22 Jahren Gefängnis verurteilt.

Insgesamt gab es laut der Nachrichtenagentur DHA Haftstrafen zwischen sechs und 22 Jahren für 14 der insgesamt 51 Angeklagten. 37 wurden freigesprochen – unter ihnen der damalige Chef der Mine. Das Strafmaß blieb damit weit hinter den Erwartungen von Opfer-Anwälten und Hinterbliebenen zurück. Die Anklage hatte allein für elf der Beschuldigten lebenslange Haftstrafen gefordert.

Angehörige schrien aufgebracht die Richter an. Eine Anwältin sagte nach dem Prozess: "Unsere Wut ist wirklich sehr groß. Es ist nicht zu beschreiben, was da drinnen vorgegangen ist." Der Wortführer der Opfer-Anwälte, Can Atalay, sagte, man werde gegen die Urteile vorgehen. Im Fernsehen waren vor dem Gericht in der Provinz Manisa Tumulte zu sehen.