Waffenbeschaffer vor Gericht

dpa

Von dpa

Sa, 11. August 2018

Panorama

Wegen Münchner Amoklauf.

MANNHEIM (dpa). Die Staatsanwaltschaft Mannheim hat Anklage gegen einen Internet-Plattformbetreiber im Zusammenhang mit dem Amoklauf in München 2016 erhoben. Der 31-Jährige soll dem Schützen den Kauf der Tatwaffe über die Plattform ermöglicht haben. Er wird wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung in neun und fahrlässige Körperverletzung in fünf Fällen angeklagt, wie die Behörde am Freitag mitteilte.

Ein 18-jähriger Schüler hatte am 22. Juli 2016 im Münchner Olympia-Einkaufszentrum acht Jugendliche und eine 45 Jahre alte Mutter erschossen, bevor er sich selbst das Leben nahm. Er benutzte dazu den Angaben zufolge eine halbautomatische Waffe sowie Munition, die er über die Plattform mit dem Slogan "Keine Kontrolle, alles erlaubt!" bezogen hatte. Der Mann soll überdies ein Tauschgeschäft zweier halbautomatischer Kurzwaffen mit Munition ermöglicht haben. Die Staatsanwaltschaft erhob Anklage beim Landgericht Karlsruhe. Laut Staatsanwaltschaft hat sich der Angeklagte zu den Vorwürfen noch nicht geäußert. Der 31-jährige Karlsruher sitzt in Untersuchungshaft. Er soll als alleiniger Administrator das von ihm erstellte Forum für Verkaufsgespräche bereitgestellt haben.

Bei der auf Onlineplattform handelte es sich laut Staatsanwaltschaft um eines der größten sogenannten Underground-Economy-Foren im deutschsprachigen Raum.Wie viele solcher Plattformen es im Darknet gibt, ist unbekannt. Das Forum des Studenten mit zuletzt 23 028 registrierten Nutzern war laut Staatsanwaltschaft im Juni abgeschaltet worden. Die Plattform sei durch Spenden in der Kryptowährung Bitcoin finanziert worden.