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03. August 2012

Wenn das Hähnchen politisch wird

In den USA ist eine Fastfood-Kette in den Kampf um die Homo-Ehe geraten / Konservative verspeisen kiloweise Solidaritäts-Hühner.

  1. Protest vor Fastfood-Lokal Foto: AFP

WASHINGTON (AFP/dpa). Es waren nur wenige Worte, aber sie machten aus einem simplen Hähnchen-Burger mit Gurke ein politisches Statement: Seine Firma sei schon immer nach "der biblischen Definition der Familie" ausgerichtet gewesen, sagte der Präsident der beliebten US-Schnellrestaurant-Kette "Chick-fil-A", Dan Cathy, einer christlichen Nachrichtenagentur und ergänzte Mitte Juli in einem Radio-Interview, es bedürfe "Gottes Urteil" bei der Einschätzung zur Homoehe.

Mit der offenen Ablehnung der Homo-Ehe löste Cathy einen Sturm der Entrüstung aus: Über Twitter und Facebook verkündeten Tausende, nie mehr bei der Fastfood-Braterei essen gehen zu wollen. In vielen der mehr als 1600 Filialen organisierten Aktivisten spontane Proteste. Aber auch die andere Seite macht mobil: Unter Republikanern wurde es geradezu schick, bei der Hühnchenbraterei zu essen. Nachdem auf Facebook 630 000 Menschen angekündigt hatten, am Mittwoch an einem "Chick-fil-A-Anerkennungs-Tag" teilzunehmen, bildeten sich vor den Filialen der Schnellrestaurants lange Schlangen und Staus. Einige Hungrige mussten mehr als zwei Stunden auf ihr Essen warten.

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Organisationen zur Unterstützung Homosexueller riefen nun ihrerseits homosexuelle Paare für Freitag zu einem "Tag des Küssens" vor den Filialen der Kette und vor Einkaufszentren auf. Heftige Kritik an Chick-fil-A kam unter anderem von der Homosexuellen-Organisation Human Rights Campaign. Die Kette stehe mit ihrer Einstellung auf der "falschen Seite der Geschichte", erklärte die Gruppe. Das Familienunternehmen mit 1600 Filialen sah sich gezwungen, zurückzurudern. Man behandle jeden Menschen mit Respekt, ungeachtet seiner sexuellen Orientierung, verbreitete die Kette per Pressemitteilung.

In den USA tobt seit Jahren ein erbitterter Streit um die Gleichstellung von Schwulen und Lesben auf der Heiratsurkunde. Konservative Gruppen und Kirchen laufen Sturm dagegen. Auf der Gegenseite stehen viele Demokraten und Menschrechtler sowie zahlreiche Hollywoodstars. Der Komiker Steve Martin etwa twitterte zu der Hähnchen-Homo-Kontroverse gewohnt sarkastisch: "Ich habe gerade bei,Chick-fil-A’ zu Abend gegessen und dann einen Mann geheiratet. Irgendwas war mit dem Burger."

Autor: dpa


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