Gesundheit

Wie gefährlich sind Implantate für Patienten?

Stefan Hupka

Von Stefan Hupka

So, 25. November 2018 um 20:23 Uhr

Panorama

Es geht um Hüftprothesen, Herzschrittmacher und Brustimplantate: Die "Implant Files"-Recherche von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung zeigt auf, dass diese für Patienten gefährlicher sind als gedacht.

Die Recherche hat ergeben, dass viele in Deutschland und der EU zugelassene Medizinprodukte aus Gründen des Patientenschutzes in den USA keine Chance auf Genehmigung hätten.

Viele in Deutschland und der EU zugelassene Medizinprodukte hätten aus Gründen des Patientenschutzes in den USA keine Chance auf Genehmigung. Das geht aus Recherchen einer internationalen Gruppe von Journalisten hervor, über die die Tagesschau am Sonntag berichtet hat.

Fehlerhafte Medizinprodukte wie Implantate würden demnach immer häufiger Verletzungen und auch Todesfälle verursachen. In Deutschland seien im vergangenen Jahr 14 034 Fälle gemeldet worden, bei denen es zu Verletzungen, Todesfällen oder anderen Problemen gekommen sei, die im Zusammenhang mit Medizinprodukten stehen könnten, schreiben die Journalisten, die Daten aus 36 Ländern auswerteten.

Zu diesen Medizinprodukten gehören, wie die Tagesschau berichtet, auch künstliche Hüftgelenke des Modells Durom, wie sie bis vor zehn Jahren in Freiburg in großer Zahl Patienten eingesetzt worden waren und später – wegen eines gesundheitsschädigenden Metallabriebs – wieder ausgetauscht werden mussten (siehe Seite 3 der Badischen Zeitung vom vergangenen Samstag). Laut einem Urteil des Freiburger Landgerichts sind diese Implantate eine "Fehlkonstruktion". Es sprach den Klägern Schmerzensgeld zu. Der Hersteller, die amerikanische Firma Zimmer, bestreitet einen Mangel und hat Berufung eingelegt.

Nach dem Bericht der Recherchekooperation, an der in Deutschland auch der NDR und die Süddeutsche Zeitung beteiligt sind, äußerten Experten der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA massive Kritik an den ihrer Ansicht nach zu laxen europäischen Zulassungsverfahren; die Patienten dort würden als "Versuchskaninchen" missbraucht.