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04. Februar 2012
Wirklich winterfest
Kamillentee oder Glühwein? Durch den Mund atmen oder durch die Nase? – Acht heiße Tipps für kalte Wintertage.
FREIBURG. Eisige Temperaturen in Deutschland: Wie geht man am besten mit der Kälte um? Einige Fragen – und einige Antworten.
Tequila oder Tee? Alkohol zum Aufwärmen bringt überhaupt nichts. Sagt jedenfalls der Freiburger Medizin-Meteorologe Werner Schätzle. "Alkohol erzeugt ein Gefühl der Wärme, aber das klingt nach ein paar Minuten schon wieder ab. Dann erweitern sich die Gefäße, und der Wärmeverlust wird noch größer." Der Effekt sei ähnlich wie beim Kaffee – der helfe auch nur ganz kurz gegen Müdigkeit. Schätzle empfiehlt warme Getränke ohne Alkohol. Also weder Grog noch Glühwein.Daunen oder Zwiebel? Meteorologe Schätzle schwört auf das Zwiebelschalen-Prinzip: Viele Klamotten übereinander anziehen. "Man kann sich dann besser an wechselnde Temperaturen anpassen", sagt der Wettermediziner. Eine dicke Daunenjacke sei draußen natürlich sehr angenehm. Wer dann aber kurz ins Warme gehe, komme richtig ins Schwitzen – und laufe draußen Gefahr, sich zu erkälten.
Mund oder Nase? Der Wetter-Experte empfiehlt, durch die Nase zu atmen – zu deren Aufgaben gehört es , die Luft im Zusammenspiel mit den Nebenhöhlen aufzuwärmen und anzufeuchten. "Durch den Mund geht die kalte Luft direkt Richtung Lunge", sagt Schätzle. Einziges Problem: Das Ganze funktioniert nur dann, wenn man keinen Schnupfen hat – und die Nase frei ist.
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Margarine oder
Lippenpflegestift? Eigentlich egal. Die Hauptsache ist das Fett, sagt der Freiburger Hautarzt Karsten Hartmann. Der menschliche Körper hat Talgdrüsen. Die halten die Haut geschmeidig und schützen sie. Wenn es kalt wird, hören sie aber auf zu arbeiten, die Haut wird spröde und rissig. Fett kann da Abhilfe schaffen. "Eskimos", sagt Hartmann, "schmieren sich Talg auf die Haut."
Fahrrad oder Bus? Radeln bei Glatteis ist zu gefährlich, sagt Fahrradkurier Martin Allmendinger – und rät dazu, dann lieber zu Fuß zu gehen oder den Bus zu nehmen. Wer trotzdem aufs Rad muss, sollte vorausschauend und langsam fahren – und vorsichtig bremsen, am besten mit der Hinterbremse: "Wenn das Vorderrad blockiert, rutscht es weg." Sein Tipp für Kurven: Schräglagen vermeiden und den Lenker waagerecht halten.
Sofa oder Sport? Zittern und Bibbern sind Muskelbewegungen, mit denen der Körper versucht, Wärme zu erzeugen. Die gute Nachricht: So werden Kalorien verbrannt. Die schlechte: Zum Abnehmen reicht es nicht. A propos Abnehmen: Von Bewegung in der Kälte rät Wetterexperte Schätzle nicht grundsätzlich ab. "Es hängt von der Sportart ab, von der Kleidung und der Gewöhnung. Bei Temperaturen deutlich unter zehn Grad minus wäre ich aber auf jeden Fall vorsichtig."
Decke oder Fell pur? Viele Hundebesitzer ziehen ihrem Liebling ein Jäckchen an. Zu recht, sagt Reinhard Mischke, Professor für Tiermedizin in Berlin. "Man hat Hunde gezüchtet, die extrem klein sind und kaum Fell haben", sagt er. Kleine Tiere haben im Verhältnis zu ihrem Körpervolumen eine größere Oberfläche, verlieren also mehr Wärme – ein Chihuahua friert eher als ein Bernhardiner. Auch junge, alte und kranke Tiere sind gefährdet. Wichtig ist für Mischke, dass die Jacke den gesamten Rumpf des Tieres bedeckt. "Eine Art Satteldecke macht keinen Sinn."
Stabile Eisdecke oder Todesfalle? Vorsicht beim Schliddern und Schlittschuhlaufen: Nicht jeder Weiher ist sicher. "Man sagt, dass man für eine stabile Eisdecke mindestens acht bis zehn Zentimeter braucht", sagt Frederick Hirtz von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft. Nachmessen ist für Laien natürlich unmöglich – deshalb empfiehlt er, nur Eisflächen zu betreten, die offiziell freigegeben sind. Besonders gefährlich ist es in der Nähe von Brückenpfeilern, Bootsstegen oder der Einmündung von Flüssen. "Wenn es knirscht, knackt oder sich Risse bilden, muss man dringend vom Eis runter", sagt er. "Am besten, man legt sich auf den Bauch, um das Gewicht zu verteilen. Dann robbt man an Land zurück – am besten auf dem Weg, auf dem man auch auf das Eis gekommen ist."
Autor: Patrik Müller
