63 Tote

Zahl der Vermissten bei Waldbrand in Kalifornien auf mehr als 600 gestiegen

AFP, dpa

Von AFP & dpa

Fr, 16. November 2018 um 11:34 Uhr

Panorama

63 Menschen sind im "Camp Fire" ums Leben gekommen. Die Zahl der Vermissten ist zudem drastisch gestiegen. Grund für den Anstieg sei eine Neuauswertung aller Notrufe.

Beim verheerenden Waldbrand im Norden Kaliforniens ist die Zahl der Vermissten von zuletzt 200 sprunghaft auf mehr als 631 angestiegen, sagte der Sheriff des Bezirks Butte, Kory Honea, am Donnerstag. Demnach wurden außerdem sieben weitere Leichen gefunden. Die Zahl der bestätigten Todesopfer beim sogenannten "Camp Fire" um die Stadt Paradise stieg damit auf 63. Dies sind mehr Tote als je zuvor bei einem Feuer in dem Bundesstaat seit Beginn der Aufzeichnungen.

Zum sprunghaften Anstieg der Vermisstenzahl sagte Honea, Ermittler hätten unter anderem Notrufe nach dem Ausbruch des Waldbrandes vor einer Woche ausgewertet. Es habe ein "außerordentliches Chaos" geherrscht.

Vom Ort Paradise blieben nur qualmende Ruinen übrig. Hunderte von Helfern in weißen Schutzanzügen und speziell ausgebildete Spürhunde suchten in den Trümmern weiter nach möglichen sterblichen Überresten. Viele der geborgenen Leichen sind bis zur Unkenntlichkeit verbrannt.

Im Süden Kaliforniens bei Malibu nordwestlich von Los Angeles wütet weiter das "Woolsey"-Feuer. Dort belief sich die Zahl der Todesopfer bislang auf zwei. Insgesamt starben bislang also 65 Menschen durch die verheerenden Feuer. Beide Feuer haben zusammen Hunderte Quadratkilometer Wald und Tausende Häuser zerstört.

Die Feuerwehrleute machten unterdessen Fortschritte, die Brände zu löschen. Die Flammen im Raum Paradise waren am Donnerstag nach Angaben der Behörden zu 40 Prozent eingedämmt. Für Südkalifornien teilte der Nationale Wetterdienst mit, man hoffe, dass die Bedrohungslage an diesem Freitag abnehme.

In vielen Teilen Kaliforniens waren die Auswirkungen der Katastrophen zu spüren. Die Behörden warnten vor gefährlicher Rauchbelastung und schlechter Luftqualität. In San Francisco etwa wurde am Donnerstag der Betrieb der beliebten Cable-Car-Bahnen eingestellt. Statt der offenen Bahnen würde Busse eingesetzt, teilte die Verkehrsbehörde in einem Tweet mit.

US-Präsident Donald Trump will am Samstag nach Kalifornien reisen, um sich mit Betroffenen der schweren Waldbrände zu treffen. Das teilte das Weiße Haus am Donnerstag (Ortszeit) mit.